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    Zahlen, Daten, Fakten

    Die Hansestadt im Überblick

    • 77.947 Einwohner:innen (Stand 31.12.2021)
    • Größte Ausdehnung ohne Exklave: Nord-Süd = 10,6 km, Ost-West = 12,3 km
    • Stadtfläche: 70,38 km²
    • Größe des Senkungsgebietes: 1,1 km²
    • Dichte (Stand 31.12.2021): etwa 11,1 Einw./ha
    • Geographische Lage: 10° 25' östl. Länge v Gr. und 53° 15' nördl. Breite
    • Höchste Erhebung: 86 m über NN (Steinhöhe)
    • Niedrigster Punkt: 7 m über NN (Ilmenautal in der Goseburg)
    • Höchster Gebäudepunkt: 179 m über NN (Fernmeldeturm der Deutschen Post AG)
    • Geographischer Mittelpunkt: Lunabrunnen auf dem Marktplatz
    • Mittlere Meereshöhe: 17,5 m ü. NN (Marktplatz)
    • Ortszeit gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ): -18 Min. 20 Sek.
    • 238 Kilometer Straßennetz
    • Entfernungen etwa 30 Minuten zum Seehafen Hamburg, 90 Minuten jeweils nach Bremen, Hannover und Lübeck, 180 Minuten nach Berlin
    • Bahnstrecken: IC- und ICE-Anschluss Richtung Hamburg und Hannover

    Zuhause in Lüneburg

    statistisch gesehen

    Einwohner:innenstatistik 1998 bis 2021
    pdf
    Die Zahlen der Einwohner:innen Lüneburgs seit 1998
    (pdf / 0.54 MB)
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    Ausländer:innenstatistik 1998 bis 2021
    pdf
    Die Zahlen der in Lüneburg lebenden Ausländer:innen seit 1998
    (pdf / 0.3 MB)
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    Alterspyramide
    pdf
    Die Alterspyramide der Geburtsjahrgänge 1916 bis 2021
    (pdf / 0.03 MB)
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    Einwohner:innen in den einzelnen Stadtteilen
    pdf
    Lüneburgs Einwohner:innen in den einzelnen Stadtteilen
    (pdf / 0.12 MB)
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    Bestandsstatistik
    pdf
    Die Lüneburger Bestandsstatistik der Einwohner:innen
    (pdf / 0.02 MB)
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    Stadtgeschichte

    Chronik

    Die Hansestadt Lüneburg hat eine bewegte und bewegende Vergangenheit, von der insbesondere der historische Stadtkern bis heute zeugt.

    956 – 1247 Die Herrschaft der Herzöge

    Lüneburg wird im Jahr 956 erstmals urkundlich erwähnt, da sind die Burg und das Kloster St. Michaelis auf dem Kalkberg sowie die Saline bereits vorhanden. Um diese Kerne entwickelt sich bis zur Mitte des 13. Jh. unter Einbeziehung des Dorfes Modestorp mit der St. Johanniskirche die Stadt Lüneburg unter der Herrschaft der Billunger und dann der Welfen. Herzog Otto das Kind, Enkel Heinrichs des Löwen, verleiht Lüneburg 1247 eigenes Recht, Saline und Münze geraten zunehmend unter städtischen Einfluss.

    1300 – 1600 Bürgerstolz und weißes Gold

    Burg und Kloster, Saline, Rathaus und Hafen sind Ansatzpunkte für die politische und ökonomische Entwicklung der Stadt. Als Produktionsstätte des raren Gutes Salz erhält Lüneburg Gewicht in der Hanse, besonders in der Beziehung zum Hafen des „Hauptes der Hanse“ Lübeck und als Mittlerin zwischen sächsischem und wendischem Quartier der Hanse.

    Der Lüneburger Erbfolgekrieg ermöglicht der Stadt einen weiteren emanzipatorischen Schritt: 1371 wird die landesherrliche Burg auf dem Kalkberg ebenso zerstört wie das nahe Kloster. 1392 initiiert Lüneburg einen Landfrieden von Verfassungsqualität, in den vorübergehend sogar die Stadtherren eingebunden wurden.

    Der Prälatenkrieg Mitte des 15. Jh. bringt Lüneburg in schwere innere und äußere Bedrängnis, bevor in der 2. Hälfte des 15. Jh. eine wirtschaftliche und politische Blüte einsetzt, die bis um 1600 währt: Kirchen, Rathaus, Glockenhaus und zahlreiche Bürgerhäuser werden neu oder umgebaut, die Stadt festigt ihre faktische Unabhängigkeit von ihrem Stadtherrn und fasst sogar den Plan einer Universitätsgründung.

    1600 – 1800 Die Rückkehr der Fürsten

    Das wirtschaftliche Gedeihen Lüneburgs im Rahmen der Hanse findet nach 1600 ein Ende. Der seit der Reformation wieder erstarkenden Fürstenmacht hat die Stadt, auch politisch durch inneren Zwist geschwächt, nichts mehr entgegen zu setzen. Obwohl der 30-jährige Krieg in Lüneburg weniger Unheil anrichtet als anderswo, liegt die Stadtwirtschaft danieder und die Stadtverfassung wird 1639 im Sinne des Stadtherrn revidiert, der Ende des 17. Jh. mit Kalkberggarnison und Schloss am Markt wieder in Lüneburg präsent ist.

    Im 18. Jh. beschleunigt sich der politische und ökonomische Niedergang der Stadt, die zudem im 7-jährigen Krieg schwer leidet und um 1800 sogar kurzzeitig zum Reich Napoleons gehört. Die Saline geht in landesherrlichen Besitz über.

    1800 – 1900 Große Umbrüche und Reformen

    Nachdem im 19. Jahrhundert mit einigem wirtschaftlichen Erfolg das Speditionswesen an die Stelle der Saline getreten war, kommt allmählich eine politische und ökonomische Modernisierung in Gang. Um 1820 erhält die Saline als neuen Betriebszweig ein Solebad, 1846/52 erlässt der König von Hannover eine neue Stadtverfassung bzw. Städteordnung. 1847 erhält Lüneburg Bahnanschluss und mit dem Eisenwerk, der Chemischen Fabrik der Saline, der Portlandzementfabrik entstehen die ersten Industrieunternehmen.

    Die Bedeutung Lüneburgs als Verwaltungszentrum wächst durch die Landdrostei von 1823, aus der 1885 – 19 Jahre nach der Annexion Hannovers durch Preußen – die Preußische Bezirksregierung hervorgeht, sowie Gerichte, die nach der Trennung von Justiz und Verwaltung 1852 entstehen.

    1900 – 2000 Weg zum Oberzentrum

    Lüneburg übersteht die Weltkriege fast unzerstört. Die 1000-jährige Salzgeschichte endet 1980, doch wird die Sole im Kurzentrum, jetzt ,,SaLü", weiterhin nutz- und spaßbringend eingesetzt. Die Infrastruktur wird verbessert: 1976 entsteht am Elbe-Seitenkanal ein neuer Hafen samt Industriegebiet, 1994 wird Lüneburg Oberzentrum, 1995 wird die Autobahn 250 eröffnet, in Planung ist eine Weiterführung Richtung Wolfsburg. In der Stadt entstehen große Fußgängerzonen, ergänzt durch einen Verkehrsentwicklungsplan, der weite Teile der Innenstadt für Autos zur Tabuzone erklärt.

    Lüneburg ist lange große Garnisons- und Behördenstadt. Doch die Hochschulen gewinnen an Gewicht. Aus der Pädagogischen Hochschule wird die Universität, die in die verwaiste Scharnhorst-Kaserne zieht. Die Fachhochschule wächst. Die Hochschulen fusionieren. Rund 10.000 Studierende zählt die Stadt, sie sind heute wie früher das Salz der Schatz der Stadt.

    2000ff. – Wachsende Stadt

    Lüneburg ist mit annähernd 76.000 Einwohnern eine der wenigen noch wachsenden Städte in Niedersachsen. Als Oberzentrum und wirtschaftlicher Motor Nordost-Niedersachsens profitiert Lüneburg von der guten Zusammenarbeit mit Hamburg innerhalb der Metropolregion. Die fusionierte Hochschule richtet sich unter dem Titel Leuphana Universität Lüneburg neu aus. Seit 2007 darf sich die Stadt wieder Hansestadt (Verlinkung zu Hansetag) nennen. Als Gastgeber des 32. Internationalen Hansetag hat Lüneburg vom 28. Juni bis 1. Juli 2012 ein Fest der Superlative ausgerichtet und lockte damit fast 250.000 Besucher in die Stadt. Aufmerksamkeit schenken Lüneburg täglich auch die gut 1,5 Millionen Fernsehzuschauer der ARD-Serie Rote Rosen.

    Stadtwappen

    Das ist im Wappen zu sehen

    Im Lüneburger Stadtwappen sieht man auf rotem Grund eine mit Zinnen versehene Burg mit drei Türmen, die blaubedacht sind und in je einen goldenen Knauf auslaufen. In der roten, mit Fallgitter versehenen Toröffnung steht ein aufrechter, rotgezungter und rotbewehrter blauer Löwe in goldenem Schilde, der mit roten Herzen bestreut ist.

    Die Stadtmauer mit Türmen kommt in zahlreichen Stadtwappen vor und symbolisiert die Wehrhaftigkeit der Stadt und die Stadthoheit. Der Löwe mit den Herzen ist dem Wappen des Fürstentums Lüneburg entnommen und zeigt die Zugehörigkeit der Hansestadt zu diesem Fürstentum an.

    Verwendung des Wappens
    Jede Verwendung des Lüneburger Stadtwappens durch Andere ist nur mit Genehmigung der Hansestadt Lüneburg zulässig.
     

    Historisches Rathaus

    Alles nach Masterplan

    Das Rathaus vom Marktplatz aus gesehen. Die Zeichnung stammt von der Technischen Universität Braunschweig (Lehrstuhl Baugeschichte, Prof. J. Paul, 1964-66)

    Das Lüneburger Rathaus, das 1230 entstand, ist ein sehr komplexes Baugefüge von außerordentlicher kultureller Bedeutung. Es entstand im Laufe mehrerer Jahrhunderte und enthält einige überaus wertvoll ausgestattete und historisch bedeutende Innenräume.

    Auf Anraten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatte die Hansestadt den Masterplan in Auftrag gegeben. Ziel ist es, die historische Bausubstanz sowie die Kunst- und Kulturgüter zu pflegen und zu erhalten. Dieser Masterplan dient als Leitfaden für die nötigen Baumaßnahmen. Er führt die Nutzungsanforderungen sowie denkmalpflegerische, baukonstruktive, bauphysikalische und finanzielle Aspekte zusammen.

    Die einzelnen Bauabschnitte des Masterplanes können – falls nötig – während ihrer Umsetzung den aktuellen Bedürfnissen und Finanzierungsmöglichkeiten angepasst werden.

    Bauabschnitt 1

    Die ersten Arbeiten haben sich auf die in statischer Hinsicht dringendsten Sicherungsmaßnahmen konzentriert. Hierzu zählten unter anderem die Instandsetzung der tragenden Pfeiler des Kellers im Kämmereigebäude sowie die Nachgründung und Instandsetzung des Nordgiebels. Zudem wurde das Necessarium der Gerichtslaube denkmalgerecht instand gesetzt.

    Sanierungsarbeiten im Bereich des heute so genannten Kleinen Ratshofes

    Die Sanierungsarbeiten im Bereich des heute so genannten Kleinen Ratshofes sind abgeschlossen. Hier entstand der neue Eingangsbereich für die museale Nutzung des Rathauses. Der bisherige Zugang in die Ratsdiele durch die große grüne Tür am Ochsenmarkt hatte wegen der Temperaturschwankungen und eingetretener Feuchtigkeit negative Auswirkungen auf die Malereien in der Ratsdiele und die angrenzenden historischen Räume wie Gerichtslaube, Große Ratsstube und Fürstensaal. Diese Tür wird künftig nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet. Im neuen Eingangsbereich wurden auch ein Garderoben- und ein Kassenraum untergebracht. Sie entstanden in einem Raum unter der Großen Ratsstube, der nun wieder ähnlich aussieht wie im Jahr 1906. Damals nutzte die Polizei diesen Raum als Dienststelle. Die bestehenden WC-Anlagen, die auch für die Veranstaltungen im Huldigungssaal und Fürstensaal genutzt werden, sind modernisiert worden.

    Außerdem wird derzeit der so genannte Zwischenbau denkmalgerecht instand gesetzt. Hierzu gehören auch die denkmalverträgliche Nachrüstung der Türen zum Brandschutz sowie die Dämmung des Dachgeschosses, das die Verwaltung nutzt.

    Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördern diese Maßnahmen finanziell.

    Der Kleine Ratshof erhielt eine gläserne Überdachung und weitere Taubenschutzmaßnahmen. Damit der Hofcharakter bestehen bleibt, deckt das Dach aber nicht den kompletten Bereich ab. Vom Hof aus sollen künftig die geführten Rathausbesichtigungen beginnen. Die von Taubendreck aber auch vom Zahn der Zeit geschädigten Fassaden und Dachkanten des Hofes wurden denkmalgerecht saniert.

    Magazingebäude des Stadtarchivs

    Das Magazingebäude des Stadtarchivs ist instand gesetzt worden und wird inzwischen als Sitzungssaal sowie bei Bedarf auch als barrierefrei zugängliches Briefwahlbüro genutzt. Für die fachgerechte Lagerung von Archivalien war das Gebäude aus heutiger Sicht nicht mehr zu nutzen, das Stadtarchiv ist daher ausgezogen. In einem ersten Schritt wurde bereits eine später eingebaute Stahlbetondecke entfernt, so dass die prächtig bemalte Holztonnendecke von 1899 wieder sichtbar geworden ist.

    Ambrosiuskeller

    Der unter der Gerichtslaube befindliche Ambrosiuskeller stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und gehört damit zu den ältesten Bestandteilen des Rathauses. Die Kelleraußenwände, die Pfeiler und das Gewölbe weisen, bedingt durch Feuchtigkeit und Salze, starke Schäden auf, die auch für die darüber liegenden Gebäudeteile in statischer Hinsicht bedenklich sind.

    Bürgermeisterkörkammer

    Mit der Bürgermeisterkörkammer und dem Alten Archiv sollen in diesem Bauabschnitt außerdem zwei bedeutende Bestandteile des Rathauses mit erhaltener Ausstattung aus dem 15. und 16. Jahrhundert instand gesetzt werden. Die Gebäudesubstanz weist statische Probleme und andere Schäden auf.

    Fürstensaal

    Das mächtige Dach des Fürstensaals bedurfte dringend einer gründlichen Instandsetzung. Es überspannt mit einer beeindruckenden Hängekonstruktion den prächtig ausgestatteten Fürstensaal aus dem 15. Jahrhundert, der darunter stützenfrei gestaltet und als Tanzsaal genutzt werden konnte.

    Noch viel zu tun

    Bis 2024/25 soll die Instandsetzung des gesamten Gebäudekomplexes abgeschlossen sein. Im Rahmen des Masterplans wird auch die Haustechnik aktualisiert und an moderne Bedürfnisse angepasst. Außerdem spielt die Verbesserung des Brandschutzes eine wichtige Rolle. Dabei werden sowohl die sicherheitstechnischen als auch die denkmalpflegerischen Belange berücksichtigt.

    Glockenspiel

    im Rathausturm

    Es ist eine feste Lüneburger Tradition seit 1956: Ganz oben auf dem Rathausturm erklingen dreimal täglich die 41 Glocken aus Meißener Porzellan. Die Spielzeiten sind jeweils um 8, 12 und 18 Uhr. Nur in der Wintersaison ist nichts zu hören. Dann versetzt die Hansestadt ihre Glocken in einen Winterschlaf, weil Kälte und Frost dem kostbaren Porzellan zusetzen. Vor allem beim Anschlagen der Glocken könnte es dann passieren, dass sie springen. Erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen angestiegen sind, können die Glocken wieder ihren alltäglichen Dienst tun, zur Stunde schlagen und drei Mal am Tag die Lüneburger und die Besucher der Stadt mit den Melodien des Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800) verwöhnen.

    Melodien

    Grundsätzlich erklingen zu den Jahreszeiten unterschiedliche Melodien. Im Frühjahr werden in der Reihenfolge gespielt: „An die Natur“, „Es war ein Schäfer und seine Schäferin“ und das berühmte Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ mit dem Text des Gedichts von Matthias Claudius.

    Im Sommer ist dann zuerst der „Heureigen“, dann „Der Landmann“ und wieder das Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ zu hören.

    Im Herbst wird zuerst das Erntelied „Bauernmarsch“, daraufhin der „Erntetanz“ aus der Oper „Das Erntefest“ und zuletzt wieder das Abendlied gespielt.

    Errichtung zum 1000-jährigen Stadtjubiläum

    Die 41 Glocken samt Glockenstuhl stammen aus dem Jahre 1956, dem Jahr als Lüneburg 1000-jähriges Jubiläum feierte. Zahlreiche Lüneburger Einrichtungen beteiligten sich damals an der Errichtung des Spiels und schufen mit den Glocken aus dem besonderen Porzellan eine Seltenheit in Deutschland.

    Im Frühjahr 2016 ist der Glockenstuhl zuletzt modernisiert worden, weil die Witterung der Anschlagtechnik zu schaffen machte. Zum Teil hatte sich Rost gebildet oder die Teile sind einfach verschlissen. Damals sind die Anschlagklöppel und die Anspieltechnik überarbeitet worden. Auch die Holzkonstruktion des Stuhls war in die Jahre gekommen, so dass ein neuer Stuhl aus robustem Eichenholz montiert worden ist.

    Im Juli 2018 hat der Bürgerverein Lüneburg ein Hinweisschild gespendet, das vor der Tourist-Info auf das Glockenspiel verweist.