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    Bürger:innenrat

    Beteiligungsformat der Hansestadt Lüneburg

    Ein Bürger:innenrat bringt Menschen aus allen Ecken der Stadt zusammen, die sonst vielleicht nie miteinander ins Gespräch kommen würden. Gemeinsam beschäftigen sie sich mit einem wichtigen Thema für unsere Stadt. Sie hören Expert:innen, diskutieren, tauschen sich aus – und entwickeln konkrete Empfehlungen für die Politik.

    2023 startete der Lüneburger Bürger:innenrat in einen Testlauf. Der Rat der Hansestadt Lüneburg hat anschließend entschieden, dass künftig einmal jährlich ein Bürger:innenrat tagen soll. Jedes Jahr wird es ein neues Thema geben. 

    Thema für den Bürger:innenrat 2026 gesucht

    Mit welchem Thema soll sich der Lüneburger Bürger:innenrat in diesem Jahr befassen? Die Stadtverwaltung sammelt jetzt Themenvorschläge für die nächste Runde.

    Vom 12. Januar bis zum 22. Februar 2026 können Bürgerinnen und Bürger Ideen einreichen. 

    Die Vorschläge sollten Thema, Erläuterung, Fragestellungen und eine Begründung enthalten. Eva Kern, Koordinatorin des Bürger:innenrats, gibt außerdem den Hinweis: „Die Themen müssen in die Zuständigkeit der Hansestadt fallen und sollten innerhalb von maximal sechs Sitzungen bearbeitet werden können.“

    Die eingereichten Vorschläge werden anschließend von einer interfraktionellen Arbeitsgruppe vorberaten. Dann entscheidet der Rat der Hansestadt, welche Idee zum Thema des nächsten Bürger:innenrats wird. 

    So können Sie mitmachen

    Themenvorschläge können über ein Online-Formular eingereicht werden.

    Ein Vorschlagsformular steht außerdem hier zum Download zur Verfügung. Es kann auf folgenden Wegen bei der Stadt eingereicht werden:

    • persönlich zu den Öffnungszeiten im Dialograum in der Lüneburger Innenstadt (Grapengießerstraße 47),
    • persönlich im Rathaus,
    • per Post – die Adresse steht auf dem Formular –
    • oder per E-Mail.

    FAQ zum Bürger:innenrat

    Fragen zur Teilnahme

    Ich habe eine Einladung zum Bürger:innenrat bekommen. Und jetzt?

    Bis zum 31. August 2025 haben alle Angeschriebenen die Möglichkeit, sich im Rathaus bei Koordinatorin Eva Kern zurückzumelden. Die Teilnahme ist freiwillig – es besteht keine Verpflichtung, mitzumachen. 

    Aus allen Rückmeldungen werden 30 Personen ausgewählt, die den Bürger:innenrat bilden.

    Es werden keine Vorkenntnisse benötigt, um teilzunehmen. 

    Teilnehmende erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Diese liegt (einschließlich der Fahrtkosten) bei 35,00€ je Sitzung. Auch eine Unterstützung für Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger ist möglich.

    Wie findet die zufällige Wahl zur Teilnahme am Bürger:innenrat statt?

    600 Adressen wurden zufällig aus dem Lüneburger Melderegister gelost. Dabei wird darauf geachtet, dass die Adressen entsprechend den Einwohnenden auf die Postleitzahl-Gebiete und Geschlechter verteilt sind. 

    Die 600 Personen erhalten eine Einladung per Post. Bei Interesse können sie antworten und einen Fragebogen zu sich ausfüllen. Durch die zusätzlichen Infos (wie: Leben Kinder im Haushalt? Welcher Bildungsabschluss? Migrationsgeschichte?) soll der Bürger:innenrat die Gesellschaft Lüneburgs möglichst repräsentativ abbilden. 

    Warum kann ich einfach ausgewählt werden?

    Die Melderegisterauskunft zur Etablierung eines Bürger:innenrates ist gegeben, denn sie dient der Beratung und Unterstützung der direkt gewählten Abgeordneten und somit der Ergänzung der repräsentativen Demokratie, was ein öffentliches Interesse begründet. 

    Demnach ist § 46 Abs. 1 Satz 1 Bundesmeldegesetz: „Eine Melderegisterauskunft über eine Vielzahl nicht namentlich bezeichneter Personen (Gruppenauskunft) darf nur erteilt werden, wenn sie im öffentlichen Interesse liegt.“ zutreffend.

    Wer ist von der Teilnahme am Bürger:innenrat ausgeschlossen?

    Nicht dem Bürger:innenrat angehören dürfen 

    • Mandatsträger:innen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene (zum Beispiel Mitglieder des Rates der Hansestadt Lüneburg),
    • Mitarbeitende der Lüneburger Stadtverwaltung
    • sowie Expert:innen und Moderator:innen des Bürger:innenrates.

    Aus organisatorischen Gründen ist es nicht möglich, direkt bei der zufälligen Auswahl aus dem Melderegister festzustellen, ob eines der genannten Kriterien auf die ausgewählten Personen zutrifft. Diejenigen, die ihr Interesse an einer Teilnahme bekunden, erhalten im zweiten Schritt einen Fragebogen. Auf diesem wird unter anderem erfragt, ob die angeschriebene Person zu einer der oben genannten Gruppen gehört. Ist dies der Fall, dann ist eine Teilnahme am Bürger:innenrat leider nicht möglich. 

    Kann ich mich freiwillig für den Bürger:innenrat bewerben?

    Für den Bürger:innenrat in Lüneburg kann man sich nicht bewerben. Wer mitmachen kann, entscheidet das Los. Die Einladung ist nicht übertragbar. 

    Wer den Bürger:innenrat bildet, entscheidet sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. 

    Allgemeine Fragen zum Bürger:innenrat

    Was ist ein Bürger:innenrat – und wozu dient er?

    Ein Bürger:innenrat ist eine Gruppe von zufällig ausgewählten Personen, die zusammenkommen, um gemeinsam wichtige Themen oder politische Fragen zu diskutieren. Sie hören Expert:innen an und erarbeiten Empfehlungen oder Vorschläge für den Stadtrat. Dies soll sicherstellen, dass die Meinungen und Ideen der Bevölkerung in politische Entscheidungen einfließen.

    Bürger:innenräte bringen viele verschiedene Meinungen zusammen und können so politische Entscheidungen unter Umständen fairer machen. Außerdem sollen Bürger:innenräte dazu beitragen, dass die Menschen mehr Vertrauen in die Politik haben.

    Auch in anderen Kommunen in Deutschland tagen Bürger:innenräte. Berichte sowie weitere Informationen finden sich z. B. hier.

    Woher kommt die Idee der Bürger:innenräte für Lüneburg?

    Der Verein Zukunftsrat Lüneburg beschäftigte sich schon länger mit der Idee, Bürger:innenräte in Lüneburg einzuführen. Ende 2021 stellte die SPD einen Antrag dafür im Stadtrat. Hier wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich um die Einführung von Bürger:innenräten in Lüneburg kümmert. 

    In dieser Gruppe arbeiten Menschen aus verschiedenen politischen Fraktionen, dem Zukunftsrat und der Stadtverwaltung zusammen. Sie wollen herausfinden, wie Bürger:innenräte funktionieren können und wie viel Geld dafür gebraucht wird. Nach einigen Treffen haben sie vorgeschlagen, zuerst einen kleinen Test mit einem Bürger:innenrat zu machen, um zu sehen, ob das gut klappt.

    Der Testlauf war erfolgreich. Im September 2024 hat der Rat der Hansestadt Lüneburg entschieden, dass künftig einmal jährlich ein Bürger:innenrat tagen soll. 

    Wie arbeitet der Bürger:innenrat?

    Die kommenden Bürger:innenräte treffen sich bis zu sechsmal. Wie viele Sitzungen stattfinden, hängt vom Thema, über das gesprochen wird, ab. Das erfahren die Teilnehmenden mit der Einladung.

    Die Sitzungen haben Workshop-Charakter: mal wird mit der gesamten Gruppe diskutiert, mal in kleinen Arbeitsgruppen zusammengesessen. Alle Treffen werden von einer Moderation begleitet.

    Der Bürger:innenrat tagt nicht-öffentlich.

    Was unterscheidet den Bürger:innenrat vom Rat der Hansestadt Lüneburg?

    Bürger:innenräte und Stadträte haben unterschiedliche Funktionen und Zusammensetzungen.

    Bürger:innenräte ... 

    • ... bestehen aus einer zufällig ausgewählten Gruppe von Bürger:innen, die ein Thema diskutiert und dazu Empfehlungen erarbeiten. 
    • ... arbeiten über einen überschaubaren Zeitraum von mehreren Monaten.
    • ... arbeiten in Workshops, Kleingruppen und mit unterschiedlichen Methoden. 
    • ... repräsentieren verschiedene Perspektiven der Bevölkerung. 
    • ... sind eher beratend tätig und geben Empfehlungen ab. 
    • ... treffen keine Entscheidungen: Die Mitglieder sind nicht politisch gewählt, sondern zufällig ausgelost. 

    Stadträte  ...

    • ... sind politisch gewählte Gremien: Mitglieder des Stadtrates werden bei Kommunalwahlen von den Bürger:innen gewählt. Die Wahlen finden alle fünf Jahre statt. 
    • ... repräsentieren die Bevölkerung in der Kommunalpolitik und treffen Entscheidungen für die Stadt. 
    • ... besprechen viele verschiedene Themen und fassen dazu Beschlüsse. In Lüneburg tagt der Stadtrat durchschnittlich einmal im Monat.

    Die Unterschiede liegen also in der Auswahl und Funktion der Mitglieder, in der Arbeitsweise sowie den Zuständigkeiten und Befugnissen, die diesen Gremien zugewiesen sind.

    Warum werden 600 Personen eingeladen? Warum nicht mehr oder weniger?

    Die 600 Adressen wurden so gewählt, dass sie die Bevölkerung der Stadt gut vertreten. In anderen Städten haben ungefähr 5 von 100 Personen, die eingeladen wurden, geantwortet. Deshalb wurden insgesamt 600 Einladungen verschickt, um die 30 Plätze im Bürger:innenrat zu besetzen.

    Wie wird dafür gesorgt, dass die Lüneburger Gesellschaft ausgewogen repräsentiert ist?

    Wir möchten sicherstellen, dass Menschen aus verschiedenen Altersgruppen, mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund, mit Kindern und ohne Kinder und aus verschiedenen Bereichen der Stadt zusammenkommen, um zu diskutieren. 

    Der Einladung lag ein Fragebogen bei, auf dem Angaben zu Geschlecht, Alter, Wohnort in Lüneburg, Bildungsabschluss, Kindern im Haushalt, Bildungsabschluss und Migrationsgeschichte gemacht werden konnten. 

    Das Ziel ist, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden, wenn Menschen ausgewählt werden. Die Gewichtung der Kriterien entspricht den Zahlen, die aktuelle Statistiken für Lüneburg beziehungsweise Niedersachsen ermittelt haben. 

    Rückblick

    Themen und Ergebnisse der Bürger:innenräte

    Info

    Foto: Hansestadt Lüneburg

    Bürger:innenrat 2025

    Der Bürger:innenrat 2025 hat sich mit dem Thema „Konsumfreie Orte für Kinder in der Innenstadt“ beschäftigt. 

    Die Stadtverwaltung hatte – wie schon beim Testlauf – 600 zufällig ausgewählte Personen aus Lüneburg eingeladen, mitzumachen. Aus allen positiven Rückmeldungen wurde eine Gruppe von 30 Menschen zusammengestellt, die gemeinsam Vorschläge erarbeiteten. Diese fließen wieder in ein Bürgergutachten ein, das Anfang 2026 dem Rat der Hansestadt übergeben wird. 

    Weitere Informationen: Lüneburger Bürger:innenrat legt Empfehlungen für kinderfreundliche, konsumfreie Orte in der Innenstadt vor

    Testlauf: Bürger:innenrat 2023/2024

    Beim Testlauf des Bürger:innenrates, der sich mit dem Glockenhaus beschäftigte, erarbeiteten 30 zufällig ausgewählte Lüneburger:innen gemeinsam Empfehlungen.

    Das Ergebnis des Testlaufs ist das Bürgergutachten zur künftigen Nutzung des Glockenhauses. Das Gutachten steht hier als PDF zum Download bereit.

    Zu den Empfehlungen aus dem Bürgergutachten gehörte, das Glockenhaus kurzfristig wieder zu öffnen und kulturell zu nutzen. Dies geschieht zum Beispiel seit September 2024 durch den Luna Music Club

    Für die Revitalisierung des Saals im Glockenhaus ist ein Förderantrag in Vorbereitung. Die Steuerungsgruppe Resiliente Innenstadt Lüneburg hat den Antrag befürwortet. Jetzt muss die NBank ihn prüfen.

    Chronologie des Testlaufs 2023/2024

    Planungsphase

    Ende November 2023 erhielten 600 zufällig geloste Personen in Lüneburg Post: Sie wurden eingeladen, beim Testlauf des Bürger:innenrates mitzumachen. Knapp 80 Personen meldeten sich zurück und bekundeten ihr Interesse. Da es somit mehr Zusagen als Plätze im Bürger:innenrat gab, wurden aus allen Antworten 30 Teilnehmende ausgewählt. Ziel war es, „Lüneburg in klein“ abzubilden.

    Eine Informationsveranstaltung zum Bürger:innenrat gab es im Dezember 2023. Infos aus der Veranstaltung können hier heruntergeladen werden.

    Von insgesamt 600 eingeladenen Bürger:innen meldeten sich über 25 Prozent zurück. Das ist weit mehr als im bundesweiten Durchschnitt der Städte, die einen Bürger:innenrat einberufen haben. Auch der Anteil der Zusagen übersteigt mit 13 Prozent den Durchschnittswert von 5 bis 10 Prozent.

    Arbeitsphase und Evaluation

    Info

    Sitzung des Bürger:innenrates im Glockenhaus im Februar 2024
    Foto: Hansestadt Lüneburg

    Die Teilnehmenden trafen sich im Februar 2024 zum ersten Mal im Glockenhaus. Insgesamt waren für den Testlauf drei Sitzungen angesetzt. 

    Beim zweiten Treffen wurden erste Ideen für Empfehlungen an den Lüneburger Stadtrat erarbeitet. Im Abschlusstreffen wurden diese ausformuliert. Dabei haben die Teilnehmenden sich an der Struktur der Empfehlungen des Bürgerrates „Ernährung im Wandel“ orientiert. 

    Im Mai 2024 übergab der Bürger:innenrat seine Empfehlungen an den Rat der Hansestadt und stellte sie in der öffentlichen Sitzung kurz vor. Anschließend wurden diese in den Fachausschüssen weiter beraten. Das Bürgergutachten mit den Empfehlungen für das Glockenhaus wurde an einem Infostand beim Lüneburger Stadtfest vorgestellt.

    Um herauszufinden, ob Bürger:innenräte in Lüneburg ein geeignetes demokratisches Instrument sind und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung notwendig sind, wurde der Testlauf von einer wissenschaftlichen Evaluation begleitet. 

    Die interfraktionelle Arbeitsgruppe beschäftigte sich im Anschluss an den Testlauf mit der Frage, inwieweit Bürger:innenräte in Zukunft ein demokratisches Instrument in Lüneburg sein sollen. 

    Dafür wurden die Ergebnisse der Evaluation ausgewertet. Auf dieser Grundlage hat die interfraktionelle Arbeitsgruppe das Konzept für Bürger:innenräte leicht angepasst. Die Kriterien für die Zufallsauswahl bleiben grundsätzlich gleich. Es soll aber z. B. vier statt drei Altersgruppen geben, nach denen ausgelost wird.