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    Gleichstellungsbeauftrage

    der Hansestadt Lüneburg

    Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lüneburg ist Karin Fischer. Ihre Aufgabe ist es, zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern beizutragen. Dafür hat sie den verfassungsrechtlichen Auftrag, bei allen kommunalen Vorhaben, Entscheidungen, Programmen und Maßnahmen mitzuwirken, die Auswirkungen auf die gleichwertige Stellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft haben können (vgl. GG Art. 3, Abs. 2 u. 3, AGG §3, NKomVG §9 sowie NGG). Sie übernimmt damit die Rolle einer Wächterin und Impulsgeberin. 

    Sie ist Ansprechpartnerin für alle Bürger:innen der Hansestadt Lüneburg sowie für alle Mitarbeitenden der städtischen Verwaltung. Zudem berät sie den Rat der Hansestadt Lüneburg und die politischen Gremien, um Gleichstellungsimpulse zu geben und deren Umsetzung zu begleiten. Gesellschaftlich setzt sich die Gleichstellungsbeauftragte im Rahmen von organisationsübergreifenden Netzwerken zur strategischen Umsetzung der inhaltlichen Gleichstellungsziele ein. 

    Themen der Gleichstellungsarbeit sind unter anderem:

    • Gerechte Auswahlverfahren, Stellenbesetzungen und Bezahlung
    • Vereinbarkeit von Beruf und Familie
    • Einbeziehung unterschiedlicher Lebenssituationen und -modelle bei Entscheidungsverfahren
    • Präventionsarbeit (beispielsweise zum Schutz vor Gewalt in der Familie, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie vor Mobbing, sexueller Belästigung und Diskriminierung)
    • Geschlechterdiversität
    Notfalladressen bei Gewalterfahrung
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    Übersicht über Notfalladressen
    (pdf / 0.18 MB)
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    Petition für wohnortnahe Geburtshilfe
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    Petition für wohnortnahe Geburtshilfe
    (pdf / 3.14 MB)
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    Wahlprüfsteine zur Niedersächsischen Landtagswahl 
    pdf
    Wahlprüfsteine zur Niedersächsischen Landtagswahl 
    erstellt vom Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. (LFRN) und der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen und Gleichstellungsbüros Niedersachsen (LAG Gleichstellung)
    (pdf / 0.37 MB)
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    Info

    Karin Fischer, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lüneburg. Foto: privat

    Nein zu Gewalt an Frauen!

    Orange Days vom 25. November bis 10. Dezember

    Am 25. November wird jedes Jahr weltweit der „Orange Day“ begangen, mit dem international ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden soll. Er ist Teil der UNiTE-Kampagne bis zum 10. Dezember des UN-Generalsekretärs. Zum Auftakt der „Orange Days“ wird in Lüneburg eine Demonstration unter Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Lüneburg, dem Kriminalpräventionsrat mit dem Runden Tisch gegen Gewalt in der Familie, dem Lüneburger Club von Soroptimist International, der frauenpolitischen Initiative, dem Kinderschutzbund, der VHS, dem DGB sowie Pro Familia, der Leuphana Universität, dem Frauenhaus und dem Museum Lüneburg stattfinden. 
    Die Anzahl der Frauen, die Gewalt in der Partnerschaft erleben ist sowohl bundesweit als auch in Lüneburg steigend. Dem wollen wir uns sicht- und hörbar entgegenstellen, auch in orangefarbener Kleidung und/oder mit orangen Warnwesten ausgestattet.

    Start der Demo ist am Freitag, 25. November, um 15.30 Uhr beim Landkreis Lüneburg, Auf dem Michaeliskloster 4, Ende etwa 17.30 Uhr am Rathaus/im Rathausgarten mit einem Redebeitrag von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. 

    Vielfältige Aktionen in Lüneburg
    Weitere Aktionen sind im Sinne von „Orange The World“, dass das Rathaus Orange angestrahlt wird sowie Fahnen gegen Gewalt an Frauen am Landkreis, dem Museum Lüneburg, der Polizeidirektion, der Leuphana Universität und am Rathaus gehisst werden. Der Runde Tisch gegen Gewalt in der Familie des Kriminalpräventionsrates wird zur Demo Regenschirme in orange gegen eine Spende abgeben und verteilt wie 2021 Taschen mit der Aufschrift „Gewalt ist nicht tragbar“ sowie eine neu erstellte Broschüre zu 20 Jahren Gewaltschutzgesetz. Eine weitere Aktion führt die frauenpolitische Initiative durch, indem sie Sprühkreide auf Gehwegen aufbringt mit dem Spruch „Gewalt hinterlässt Spuren“.  Die „Omas gegen rechts“ rufen zu einer solidarischen Aktion mit den Frauen im Iran auf, indem sie sich Haare abschneiden, auf Postkarten kleben und an die iranische Botschaft in Berlin schicken. 
    Neu ist in diesem Jahr auch, dass es auf Initiative und durch die Finanzierung der Lüneburger Soroptimistinnen möglich wird, städtische Bänke am Marktplatz, am Ochsenmarkt, vor der Ratsbücherei, in der Grapengießerstraße und Am Sande während der gesamten Orange The World Days (25. November bis 10. Dezember) mit dem Slogan „Hier ist kein Platz für Gewalt an Frauen“ zu versehen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

    Info

    Am Sonntag, 27. November, wird im Zusammenhang mit dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen im Scala in Kooperation mit der Frauenpolitischen Initiative der Film „Hive“ (https://www.scala-kino.net/filme/hive) gezeigt. Er erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung, denn trotz großer Widerstände und patriarchaler Strukturen bringt die Hauptdarstellerin wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat. Die Filmmatinee beginnt um 11.30 Uhr.

    Gewalt richtet sich nach wie vor vornehmlich gegen Frauen

    Frauen und Mädchen sind die häufigsten Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner physische und/oder sexualisierte Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit sind dabei völlig bedeutungslos. In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Und Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 81 Prozent Frauen. Betroffen sind Frauen aus allen sozialen Schichten und in jedem Alter, wobei die Dunkelziffer von Gewalt in Paarbeziehungen erheblich ist: Experten gehen von einer Dunkelziffer von rund 75 bis 80 Prozent aus. Zusammen mit den angezeigten Straftaten bedeutet dies über eine halbe Million Fälle von häuslicher Beziehungsgewalt jährlich.

    Partnerschaftsgewalt 2021 in der Region in Lüneburg

    Im Raum Lüneburg haben sich an die nach Gewaltschutzgesetz zuständige Beratungs- und Interventionsstelle BISS im Jahr 2021 342 Frauen gewandt, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren. Die 12 zu vergebenden Plätze im hiesigen Frauenhaus waren im gleichen Zeitraum mit 51 Frauen und 49 Kindern belegt. Die Verweildauer war dabei im Vergleich zu den Vorjahren steigend. Dementsprechend mussten viele Schutzsuchende abgewiesen werden: 136 Frauen und 148 Kinder in 2021. Nicht zu vergessen: die ebenfalls in 2021 begangenen Femizide, bei denen zwei Frauen in Lüneburg von ihrem Partner oder Expartner ermordet wurden. „Wir dürfen nicht wegschauen, sondern müssen Schutz- und Präventionsrahmen stärken, indem Übergriffe angezeigt, geahndet bzw. verhindert und Frauen ermutigt werden, sich an die Polizei und die Beratungsstellen zu wenden“ betont das Bündnis gegen Gewalt an Frauen Lüneburg.

    Europarat: Nicht genug Schutz für Frauen in Deutschland

    Im Oktober dieses Jahres wies der Europarat darauf hin, dass Frauen und Mädchen in Deutschland sehr unzureichend vor geschlechtsspezifischer Gewalt geschützt sind. In ihrem ersten Bericht über Deutschland begrüßte die Expertengruppe zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Grevio) zwar einige Entwicklungen im Strafrecht, stellte aber gleichzeitig fest, dass es noch viel zu tun gebe. Ein großes Problem wird in der ungleichen Verteilung von Frauenhäusern und Beratungsstellen gesehen. Der Europarat fordert zum einen, für alle Opfer häuslicher Gewalt Zugang zu kostenlosen Unterkünften sicherzustellen, und zum anderen, mehr Schulungen für Menschen anzubieten, die mit Tätern und Opfern zu tun haben, damit diese auch als solche erkannt werden können. Die Kapazitäten hier vor Ort sind zu klein und ein neues Frauenschutzzentrum ist dringend notwendig.

    Orange the World sorgt für weltweite Aufmerksamkeit

    Die Vereinten Nationen wollen mit der Aktion „Orange the World“ auf die fortgesetzte Gewaltanwendung gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Orange repräsentiert als leuchtende und optimistische Farbe eine Zukunft frei von Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Kampagne soll die Gesellschaft und die Verantwortungsträger:innen aufrütteln und dazu bewegen, aktiv gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. Die sogenannten „Orange Days“ beginnen jedes Jahr am 25. November, dem Tag gegen Gewalt an Frauen, und finden ihren Abschluss am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.

    Gemeinsam gegen Sexismus!

    und gegen sexualisierte Belästigung!

    Beispiele von Sexismus und sexualisierter Diskriminierung gibt es viele im Alltag – sei es durch Medien und die Werbung oder auch beim Einkaufen oder im beruflichen Kontext.

    Sie äußern sich beispielsweise verbal:

    • Erzählen von anstößigen, schlüpfrigen Witzen
    • Anzügliche Bemerkungen (beispielsweise über die Figur oder das Aussehen – sei es auch als Kompliment getarnt)
    • offensives Thematisieren des sexuellen Verhaltens im Privatleben
    • wiederholte, unerwünschte Einladungen
    • vulgäre, ordinäre Worte
    • sexuelle Forderungen, Nötigung oder Erpressung, z.B. mit dem Versprechen (beruflicher) Vorteile oder Androhung beruflicher Nachteile

    oder visuell durch Bilder oder Geschriebenes mit sexuellem Bezug:

    • Massenmedien (Fernsehen, Filme, Werbeclips, Plakate, Websites)
    • Pinups oder Kalender mit erotischen oder pornografischen Bildern
    • persönlich adressierte Botschaften via E-Mails, SMS, WhatsApp, Twitter, Facebook, Snapchat, TikTok, etc.
    • Blogs und Foren im Internet
    • Videogames, Bildschirmschoner am Computer oder Handy mit eindeutig erotischem oder sexuellem Bezug

    oder taktil: Körperliche sexuelle Belästigung

    • Begrapschen (beispielsweise Brust, Genitalien, Gesäß, Oberschenkel)
    • weitere unerwünschte (auch scheinbar zufällige) Berührungen, Umarmungen oder unangebrachte körperliche Nähe (beispielsweise Nackenmassagen, Aneinanderdrücken)
    • erzwungene Küsse
    • Zwang zu einer sexuellen Handlung (Nötigung)
    • versuchte oder tatsächlich begangene Vergewaltigung

    oder nonverbal: weitere Situationen sexueller Belästigung

    • Fortwährendes Anstarren oder das „Ausziehen“ mit Blicken
    • Mimiken, Gesten oder Bewegungen mit sexuellem Bezug
    • unerwünschte Geschenke mit eindeutiger Absicht
    • Entblößen beziehungsweise exhibitionistische Handlungen

    Gesetzlich ist der Schutz vor Sexismus und sexueller Belästigung durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geregelt:

    § 3 (4) Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung (…), wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

    Im AGG ist der Diskriminierungsbegriff nach Wirkung definiert, nicht nach Motiv!

    Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz hat viele Facetten. Ein Kavaliersdelikt ist sie niemals! Jede Form der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz ist verboten!

    • Es zählt die Wirkung, nicht die Absicht!
    • Arbeitgeber:innen sind verantwortlich, Maßnahmen gegen sexuell belästigendes Verhalten zu ergreifen.
    • Die Sicht der Betroffenen soll ernst genommen, Präventionsmaßnahmen sollen ergriffen sowie Sanktionen für Täter:innen aufgezeigt werden.
    • Bei strafrechtlich relevanten Formen von sexuellen Übergriffen wie etwa einer sexuellen Nötigung sind darüber hinaus Polizei oder Staatsanwaltschaft zuständig.

    Sexismus hat Folgen: Er kann zu ungleicher Chancenverteilung und zu sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt führen. Der Übergang von Sexismus zu sexueller Belästigung ist fließend – und ist damit auch ein Nährboden für Gewalt.

    9 Prozent und damit jede elfte beschäftigte Person war in den vergangenen drei Jahren von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen, Frauen mit 13 Prozent deutlich häufiger als Männer mit 5 Prozent (vgl. Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes 2019). Gut drei Viertel aller Betroffenen (76 Prozent) waren demnach weiblich, die belästigenden Personen jedoch weit überwiegend männlich.

    Mit der Unterzeichnung der Erklärung „Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ wollen wir gemeinsam mit dem Deutschen und dem Niedersächsischem Städtetag, vielen Organisationen und Unternehmen ein Zeichen setzen, Sexismus und sexuelle Belästigung erkennen, hinsehen und zeigen, wie wir hier wirksam entgegentreten können (Handreichung "Gemeinsam gegen Sexismus").

    Darüber hinaus setzt sich die Stadtverwaltung Lüneburg als Arbeitgeberin mit der Dienstvereinbarung „Zum Schutz vor Mobbing, sexueller Belästigung und Diskriminierung“ für einen wirksamen Schutz vor Mobbing, sexueller Belästigung oder Diskriminierung und Gewalt ein. In der Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) soll diese Dienstanweisung den Umgang mit Beschwerden zu Mobbing, Sexismus, sexueller Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz konkretisieren, für das Thema sensibilisieren und Betroffene ermutigen, sich Unterstützung zu sichern und ihr Beschwerderecht in Anspruch zu nehmen. Personen, von denen eine Belästigung ausgeht / welche andere Personen belästigen, sollen die Grenzen und möglichen Folgen ihres Verhaltens deutlich gemacht werden. Die Dienstvereinbarung verfolgt damit auch das Ziel, präventiv zu wirken. Weiterhin werden Wege aufgezeigt, die Belästigte gehen können, wenn sie Mobbing, sexuelle Belästigung oder Diskriminierung erlitten haben und an wen sich diese wenden können.

    Weitere Veranstaltungen

    Frauen-Stadtrundgang“ 
    mit Petra Schnelle, Anmeldung unter stadtguide-lueneburg@web.de.

    Buchung und Preis auf Anfrage: Einzelpersonen und Gruppen, Dauer etwa zwei Stunden.

    Info