Sozialausschuss empfiehlt Einrichtung eines Kontaktcafés in Lüneburg
HANSESTADT LÜNEBURG. – Seit längerem besteht in Lüneburg der Wunsch nach einer Anlaufstelle für Menschen in besonderen Notlagen. Nun ist die Hansestadt bei ihrer Suche nach einem geeigneten Objekt fündig geworden. Die mögliche Immobilie liegt an der Schießgrabenstraße. In seiner jüngsten Sitzung diskutierten die Mitglieder des Sozialausschusses über die Immobilie und deren mögliche Nutzung. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, die vorgestellten Pläne der Verwaltung weiter zu verfolgen.
Café im Erdgeschoss, soziale Nutzung der oberen Stockwerke
Die Pläne sehen vor, im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses ein Kontaktcafé einzurichten. Dieses soll einige Stunden täglich geöffnet sein und durch pädagogische Fachkräfte betreut werden. Der Treffpunkt soll zudem mit weiteren Hilfsangeboten, z.B. der Drogenberatungsstelle, zusammenarbeiten, um die Menschen vielfältig und wirkungsvoll zu unterstützen.
Auch die oberen Stockwerke sollen wie bisher für soziale bzw. gemeinnützige Zwecke genutzt werden. Die Hansestadt hatte hier zuletzt unbegleitete geflüchtete Jugendliche untergebracht. Künftig könnten dort Menschen in besonderen Notlagen vorübergehend ein Zuhause finden – als Übergang zu einer dauerhaften Unterkunft und angelehnt an das „Housing First“-Konzept.
Anwohnende sollen zeitnah informiert werden
Nach der Empfehlung des Sozialausschusses werden die Anwohnenden zeitnah über den aktuellen Stand der geplanten Nutzung informiert. „Sollte das Projekt umgesetzt werden, laden wir Interessierte aus der Nachbarschaft natürlich ein, um über die Pläne zu berichten“, sagt Lüneburgs Sozialdezernentin Gabriele Scholz.
Die finale Entscheidung trifft der Rat der Hansestadt - das Thema steht am 12. Februar auf der Tagesordnung.
Aus Sicht der Verwaltung ist es gut, dass nach einer schwierigen Suche und der öffentlichen Diskussion um den Umgang mit betroffenen Menschen nun ein möglicher Standort zur Verfügung steht. „Die Räumlichkeiten und die zentrale Lage sind nach Einschätzung aller Beteiligten für den gedachten Zweck sehr gut geeignet“, betont Scholz.
Evaluation der Szene beauftragt
Da bislang keine Erkenntnisse über die Größe, Zusammensetzung und Bedarfe der Szene in Lüneburg vorliegen, hat die Hansestadt dazu eine Evaluation beauftragt. Die Ergebnisse sollen in die Konzeption des Gebäudes einfließen und dafür sorgen, dass auch beriets existierende Hilfen noch besser aufeinander abgestimmt werden. „Diese Evaluation ist wichtig, um unabhängig vom Standort des Kontaktcafés die tatsächlichen Bedürfnisse der Betroffenen zu benennen und Konzepte entsprechend daran auszurichten“, erläutert Scholz.
Die Hansestadt verfügt hier bereits über ein breites Netz an Unterstützungs- und Beratungsangeboten, das von der sozialen Sicherung über Wohnhilfen bis hin zur Sucht- und Sozialberatung reicht. Ergänzt werden diese Angebote durch aufsuchende Sozialarbeit. Dennoch erreichen die bestehenden Hilfen nicht alle Betroffenen.
Es wird erwartet, dass ein Kontaktcafé diese Lücke schließt und insbesondere Menschen anspricht, die bisher keinen Zugang zu den bestehenden Hilfesystemen gefunden haben. Zugleich erhofft man sich dadurch eine Entlastung bei der Nutzung des öffentlichen Raums.
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