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    Extremwetter

    Klimaveränderungen und Möglichkeiten, sich darauf einzustellen 

    Der Klimawandel hat Einfluss auf Wetterereignisse. Extremwetter bezeichnet Wetterlagen, die in der Jahreszeit selten auftreten oder ein extremes Ausmaß annehmen. 

    Dazu gehören Hitze, Starkregen, Dürren, Stürme, Gewitter und Hochwasser. 

    Auch in Lüneburg nehmen wir in den letzten Jahren eine Häufung von Extremwetterereignissen wahr.

    Extreme Wetterereignisse fordern uns heraus, aber es gibt Möglichkeiten, sich besser darauf einzustellen. Auf dieser Seite finden Sie praktische Tipps.

    Nutzen Sie unsere Übersicht als Wegweiser für ein sicheres Gefühl – vor und während des Wetters.

    Info

    Foto: Hansestadt Lüneburg

    Zusammenfassung der Klimaveränderungen

    (Quelle: Klimaanpassungskonzept Lüneburg) 

    Im Sinne des Vorsorgeprinzips beziehen sich die folgenden Aussagen auf den Median des RCP-Szenarios 8.5 und auf das Ende des Jahrhunderts: 

    Temperaturzunahme und Hitze 

    • Zunahme der Jahresmitteltemperaturen: Anstieg der Jahresmitteltemperaturen um maximal 3,5°C (Referenz 1970-2000) auf bis zu 12,7 °C
    • Häufigere und intensivere Hitzewellen und -perioden: Mindestens Verdopplung der Auftrittshäufigkeit von Hitzewellen und der Länge von Hitzeperioden
    • Mehr Heiße Tage: ~ Vervierfachung der heißen Tage; - Im jährlichen Durchschnitt bis zu 18,6 heiße Tage
    • Mehr Tropennächte: ~ Vervierfachung der Tropennächte; - Im jährlichen Durchschnitt bis zu 4,2 Tropennächte (ohne Berücksichtigung des städtischen Wärmeinseleffekts)
    • Weniger Frost- und Eistage: Halbierung von Frost- und Eistagen - Im jährlichen Durchschnitt bis zu 3,5 Frosttage und bis zu 5,6 Eistage

    Starkregen 

    • Häufigeres Auftreten von Starkregenereignissen: Leichter Anstieg von Tagen mit Starkniederschlag - Im jährlichen Durchschnitt Zunahme auf bis zu ein Starkniederschlagsereignis (> 30 mm/d)
    • Zunahme der Niederschlagsintensität: Eine Zunahme der Niederschlagsintensität ist wahrscheinlich

    Trockenheit

    • Moderate Zunahme des Jahresniederschlags: Erhöhung des Jahresniederschlags um 40,5 mm/Jahr auf 659,5 mm/Jahr
    • Trockenere Sommer und feuchtere Winter: Saisonale Verschiebung der klimatischen Wasserbilanz; leichte Zunahme der klimatischen Wasserbilanz im Winter und Frühjahr, starke Abnahme der klimatischen Wasserbilanz im Sommer

    Sturm 

    • Mindestens gleichbleibende Sturmaktivität: Auch wenn noch keine validen Aussagen zur Änderung des Sturmgeschehens infolge des Klimawandels möglich sind, wird empfohlen, zukünftig mit einer mindestens gleichbleibenden Sturmaktivität zu rechnen
    • Zunahme an Gewitterstürmen: Erhöhung des Schadenspotenzials durch Starkwinde und Starkregen in Verbindung mit vermehrtem Auftreten von Starkgewittern in den Sommermonaten
    Info

    Grafik: Hansestadt Lüneburg

    Praktische Tipps

    Wie man sich selbst, sein Haus und den Alltag bestmöglich anpassen kann

    Hier finden Sie praktische Tipps, um sich selbst, Ihr Haus und Ihren Alltag bestmöglich an extreme Wetterereignisse anzupassen. 

    Uns ist wichtig, dass Sie nicht nur im Vorfeld wissen, was zu tun ist, sondern auch im Moment des Geschehens sicher durch die Situation kommen.

    Bei Extremwetterereignissen werden Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) herausgegeben. 

    Informieren Sie sich auf der Seite des DWD oder installieren Sie Warn-Apps auf Ihrem Smartphone.

    Hitze

    Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Seite Hitze und Gesundheit

    Starkregen

    Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Seite Starkregen.

    Die Stadt erarbeitet ein Konzept zum Umgang mit lokal begrenztem Starkregen. Es geht dabei um die Verringerung von Schäden, die durch sehr hohe Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit entstehen können. Dafür werden bisherige Starkregenereignisse ausgewertet und anhand von Risikokarten gefährdete Bereiche identifiziert („Hotspot-Analyse“). 

    Ergänzend sollen für Maßnahmen der vorhandene Rechtsrahmen sowie vorhandene Förderprogramme ausgewertet werden. Darauf aufbauend werden Maßnahmen entwickelt und kommuniziert. Dazu gehören unter anderem die Neubewertung vorhandener Entwässerungs- und Rückhalteanlagen sowie ein Informationsprogramm unter Beteiligung der Handwerkerschaft.

    Mit der Starkregenkarte wurde bereits eine Grundlage geschaffen, Einsatzpläne und Rettungsrouten in den Gefahrenabwehrplan der Hansestadt zu integrieren. Für Hauseigentümer:innen kann die Starkregenkarte beim vorsorgenden Objektschutz unterstützen.

    Trockenheit

    Anhaltende Trockenheit belastet vor allem die Pflanzen- und Tierwelt und das Grundwasser. Deshalb sollte in dieser Zeit besonders schonend mit der Ressource Wasser umgegangen werden. Hier die wichtigsten Tipps auf einen Blick:

    • Die Installation von Durchflussbegrenzern können den Wasserverbrauch stark reduzieren
    • Sammeln Sie Wasser zum Gießen auf (bsp. beim Gemüseabwaschen oder warmlaufendes Duschwasser)
    • Schmutziges Geschirr wird auch ohne Vorspülen in der Spülmaschine sauber
    • Verwenden Sie Eco-Programme an Spül- und Waschmaschine, sie verwenden weniger Wasser und Energie. Und beladen Sie die Maschine vollständig
    • Verwenden Sie beim Kochen nur so viel Wasser wie nötig
    • Nutzen Sie Regen- oder Brauchwasser für die Bewässerung von Pflanzen
    • Wässern Sie folgendermaßen: morgens oder abends; lieber seltener und kräftig; nah am Boden, um Verdunstung zu minimieren
    • Bewässern Sie Ihren Rasen bitte nicht oder sehr sparsam, mähen Sie den Rasen bei Hitze nicht und lassen Sie ihn besser ein wenig länger wachsen, das verringert die Austrocknung auch des Bodens darunter. Ein gelber oder trockener Raden sieht vielleicht nicht schön aus, erholt sich aber auch wieder.   
    • Mulchen Sie Beete oder freiliegende Erde, das verringert die Verdunstung
    • Stellen Sie Vogel- und Insektentränken auf
    • Nutzen Sie Schwimmbäder zur Abkühlung, anstatt den eigenen Pool oder Planschbecken zu füllen
    • Werfen Sie keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur --> hohe Brandgefahr
    • Grillen Sie und machen Sie Lagerfeuer nur auf ausgewiesenen Flächen --> Brandgefahr

    Lesen Sie hier auch Informationen zum Grundwasser, Wasserversorgung, Gewässer u.v.m. 

    Die Hansestadt und der Landkreis Lüneburg engagieren sich mit anderen wichtigen Akteur:innen im Wasserforum Region Lüneburg e.V. für die Sichtbarkeit des Themas Wasser sowie die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen für den Erhalt und Schutz der wichtigen Ressource Wasser in und um Lüneburg.

    Weiteres Infomaterial und Hinweise zu Veranstaltungen und Engagement zum Thema Wasser finden Sie auf der Website:  Projekte | Wasserforum Lüneburg (wasserforum-lueneburg.de)

    Sturm/Gewitter

    Bei Stürmen und Gewitter besteht eine erhöhte Gefahr für Verletzungen durch Herabfallende Äste, Dachziegel oder andere herumfliegende Gegenstände. Bleiben Sie zu Hause, sofern möglich.

    Sie können zu Hause weitere Maßnahmen ergreifen:

    • Bei Hagel und Wirbelstürmen die Fenster, Roll- oder Fensterläden schließen
    • Sichern Sie (falls Zeit ist) bewegliche Gegenstände draußen
    • Meiden Sie Kellerräume (diese können geflutet werden)

    Falls Sie draußen von einem Gewitter überrascht werden beachten Sie bitte folgendes:

    • Suchen Sie möglichst Schutz in einem Gebäude
    • Gehen Sie nicht in Parks oder Wäldern spazieren. Durch herabfallende Äste oder umfallende Bäume besteht Lebensgefahr
    • Bei Hagel (ohne Schutz): mit dem Gesicht auf den Boden legen, mit Händen Kopf und Nacken schützen
    • Bei Blitzen schnell raus aus Gewässern, Abstand zu Bäumen halten, in Gebäude oder Autos begeben, wenn das nicht möglich ist: klein machen: Vertiefung oder Mulde suchen und hinhocken
    • Meiden Sie offenes Gelände, Berggipfel, Türme, Bäume, Masten und Antennen
    • Berühren Sie keine Gegenstände mit Metall

    Maßnahmen zur Vorsorge:

    • Haben Sie möglichst stets einen Vorrat an Essen und Trinken im Haus mit dem Sie sich in extremen Wetterlagen versorgen können
    • Eine ausgestattete Hausapotheke spart unnötige Wege zur Apotheke
    • Kerzen, Taschenlampen und ein batteriebetriebenes Radio können bei Stromausfall helfen
    • Bereiten Sie ein Notgepäck mit Dokumentenmappe vor

    Weitere Informationen auch auf der Seite Starkregen.

    Hochwasser

    In Lüneburg besteht dank der Ilmenau Auen eine sehr geringe bis keine Hochwassergefahr. Dennoch können auch durch Starkregenereignisse an manchen Stellen der Stadt erhöhte Wasserstände auftreten. Besonders gefährdet sind Unterführungen. Allgemeine Tipps sind:

    • Fahren oder gehen Sie nie durch überflutete Straßen
    • Betreten oder befahren Sie keine Tiefgaragen in die schon Wasser eintritt --> Lebensgefahr!
    • Halten Sie sich nicht im Keller auf à Lebensgefahr
    • Helfen Sie anderen Menschen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen
    • Beachten Sie Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte

    Weiterführende Information zur Vorsorge, Akutsituation oder Nachsorge bei Hochwasser finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.