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    Wohnraumberatung

    Wohnung oder Haus zu groß? Lust auf mehr Gemeinschaft?

    Neue Wohnbedürfnisse entstehen, vor allem wenn sich die Lebenssituation verändert. Wenn Familienmitglieder ausziehen, gibt es Raum für Veränderung. Muriel Herrmann berät zum ganzen Blumenstrauß der Möglichkeiten, sei es Umbau, Umzug, Untervermietung oder gemeinschaftliche Wohnformen. Lassen Sie sich beraten, bevor der Wohnraum zur Last wird.

    Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Es besteht kein Anspruch auf Beratung. Termine können individuell vereinbart werden, ggf. auch in den Stadtteilhäusern der Hansestadt Lüneburg.

    Kontakt
    Wohnraumbüro
    Muriel Herrmann
    +49 4131 309-4781
    E-Mail senden 

    Hier gibt es weitere Infos zu den verschiedenen Möglichkeiten:

    Untervermietung

    Vorhandenen Platz sinnvoll nutzen

    „Mir gefiel der Gedanke, ein Zimmer an eine Studentin zu vermieten – viele suchen dringend, und ich habe so mehr Leben in der Wohnung.“ – Annegret, 76 Jahre

    Wenn im eigenen Zuhause Zimmer vorhanden sind, die wenig genutzt werden, gibt es Raum für Untervermietung. Dadurch entstehen neue Kontakte und finanzieller Spielraum. Die neuen Mitbewohner:innen können gegebenenfalls im Alltag unterstützen, zum Beispiel im Garten oder beim Einkaufen.

    Zimmer zur Untervermietung müssen nicht ganz leer sein. Gerade bei befristeten Vermietungen sind Mieter:innen oft froh, sich nicht um die Einrichtung des Zimmers kümmern zu müssen. 

    Für die Vermieter:innen eröffnet sich die Möglichkeit, das Zusammenleben mit Menschen, die nicht zur eigenen Familie gehören, zeitlich befristet auszuprobieren. Das kann helfen, eigene Wohnbedürfnisse besser kennenzulernen, zum Beispiel den Wunsch nach bestimmten Ruhezeiten oder gemeinsamen Aktivitäten.

    Praxisbeispiel Untervermietung: Eine Vermieterin erzählt

    Kristine R. aus Lüneburg hat seit 16 Jahren Erfahrungen mit der Untervermietung von einzelnen Zimmern in ihrem Einfamilienhaus. Muriel Herrmann vom Wohnraumbüro hat mit ihr darüber gesprochen.

    Muriel Herrmann (MH): Du hast ja schon viele Jahre Erfahrung mit der Untervermietung im Einfamilienhaus. Wie hat das angefangen mit der Untervermietung?

    Kristine R.: Das war kein Idealismus. Nach der Trennung war das Haus zu groß und stand viel leer, da ich für die Arbeit in eine andere Stadt pendeln muss und von Montag bis Donnerstag nicht zu Hause bin. Außerdem brauchte ich die Mieteinnahmen.

    MH: An wen hast Du vermietet?

    KR: Am Anfang vor allem an Studierende, die dringend auf der Suche nach Wohnraum waren. Vor allem deren Eltern waren froh, sie so gut untergebracht zu wissen. Ich habe sogar den Untermietvertrag selbst geschrieben, denn in den Vorlagen stand „kein Herrenbesuch“ und ähnliches.

    MH: War es bereichernd für Dich, mit Studierenden zusammen zu wohnen?

    KR: Ich habe einen Einblick in ihre Lebenswelt bekommen, zum Beispiel in ganz neue Studiengänge und was da unterrichtet wird. Und ich mag es, wenn das Haus belebt ist. Es stört mich auch nicht, wenn ich die Tür höre oder die Treppe knarrt.

    MH: Und was war schwierig?

    KR: Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht, obwohl ich vielleicht auch etwas vertrauensselig angefangen habe. Am Anfang habe ich mir nicht einmal den Personalausweis zeigen lassen, aber das habe ich jetzt geändert. Aber natürlich muss man Rücksicht nehmen im Zusammenleben.

    MH: Gab es Fälle, bei denen Du wenig Rücksicht gespürt hast?

    KR: Einmal stand der Wäscheständer in meinem Wohnzimmer. Das hatte die Mieterin wohl vergessen. Aber natürlich muss man auch erst rausfinden, was einen stört. Eine Studentin war frisch verliebt und knutschte mit ihrem Freund in meinem Garten. Da hatte ich das Gefühl, zu stören. Allerdings war das mein Gefühl, sie fühlten sich gar nicht gestört. Ich habe mich trotzdem zurückgezogen und es später angesprochen. Man lernt seine eigenen Bedürfnisse mit der Zeit besser kennen

    MH: Gibt es denn viel Wechsel?

    KR: Es gibt Studierende, die bald lieber in eine reine Studenten-WG ziehen wollten. Die Eltern konnten das manchmal gar nicht verstehen, weil die Wohnungen, in die sie von hier umgezogen sind, oft sehr heruntergekommen waren. Und die Kündigungsfrist bei Untervermietung beträgt nur 14 Tage. Das gilt für beide Seiten, aber ich habe noch nie jemanden gekündigt.

    MH: Und wie wohnst Du heute in deiner WG?

    KR: Heute vermiete ich auch an eine Person in meinem Alter. Wir verstehen uns gut und sitzen öfter zusammen in der Küche und tauschen uns aus. Und ich bin gespannt, wie es sich weiter verändert, wenn ich in Rente gehe und mehr zu Hause bin.

    MH: Was würdest Du  Menschen raten, die Zimmer in ihren Häusern oder Wohnungen untervermieten wollen?

    KR: Es ist sicherlich hilfreich, erst mit Personen anzufangen, die man über Kontakte bekommt, also die Freundin der Tochter der Nachbarin oder so ähnlich. So kann man ausprobieren, wie es ist. Wenn man Sorge hat, dass es nicht klappen könnte, kann man auch mit Personen anfangen, die gar nicht so lange in Lüneburg bleiben wollen. Dann muss man nicht „rausschmeißen“. 

    Auch ist es hilfreich, für sich die Dinge aufzuschreiben, die man teilen oder nicht teilen möchte, also zum Beispiel Garten, Küchengeräte und ähnliches. Und auch, wenn man sich bei etwas Hilfe wünscht. Dann kann man das mit den Menschen, die mieten wollen, absprechen, ob die Erwartungen zusammen passen.

    MH: Und hast Du auch einen Rat für Menschen, die ein Zimmer zur Untermiete suchen?

    KR: Ich selbst wohne zur Untermiete an meiner Arbeitsstelle und habe diese Möglichkeit über einen Kollegen gefunden. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man schon einen Bezug zu der vermietenden Person hat, sei es über die Arbeit oder über Freundinnen. 

    Wenn man nicht die erste Untermieterin ist, kann man fragen, ob man mit seinen Vorgängern sprechen kann, was oft hilfreich ist. Am wichtigsten ist, denke ich, das Bauchgefühl, ob es passt.

    MH: Gibt es etwas, was Du gerne früher gewusst hättest?

    KR: Man kann alle Renovierungskosten für die vermieteten Zimmer absetzen von der Steuer, die man für die Mieteinnahmen bezahlt.

    MH: Vielen Dank für den Einblick!

    Umbau

    Das Haus an veränderte Bedürfnisse anpassen

    „Wir wünschen uns ein seniorengerechtes Erdgeschoss und überlegen, das Obergeschoss zu vermieten. So nutzen wir den Platz sinnvoll und verdienen nebenbei etwas dazu.“ – Mohammed (59 Jahre) und Andrea (56 Jahre)

    Info

    Symbolbild: Rene Terp/Pexels

    Ein Umbau kann Ihre Wohnsituation an veränderte Bedürfnisse anpassen und gleichzeitig Wohnraum für mehr Menschen schaffen, z. B. durch

    • Wohnungsteilung,
    • Dachausbau,
    • Kellerausbau,
    • Anbau,
    • Aufstockung
    • und/oder Maßnahmen zur Barrierefreiheit.

    Was kann ich in meinem Gebäude umsetzen?

    Was im jeweiligen Gebäude möglich ist, hängt vom bestehenden Planungsrecht ab. Welche Regelungen aus Bebauungsplänen für ihren Wohnraum in Lüneburg gelten, können Sie hier herausfinden.

    Noch nicht beschlossene Bebauungspläne finden Sie unter Laufende Planungsverfahren.

    Eine Abweichung von Bebauungsplänen ist nach Vorgabe neuer Bundesgesetze möglich. Die Hansestadt hat dazu Leitlinien beschlossen. Nähere Informationen bekommen Sie im Bereich Stadtplanung.

    Kontakt
    Bereich 61 – Stadtplanung
    +49 4131 309-3459
    E-Mail senden 

    Was will ich in meinem Gebäude umsetzen?

    Manchmal reicht eine kleine Veränderung für die bessere Nutzbarkeit des Wohnraums, z. B. der Einbau einer zusätzlichen Tür. Für vollständig getrennte Wohneinheiten mit separaten Zugängen ist meist ein Bauantrag nötig. Es lohnt sich, vor dem Umbau darüber nachzudenken, wer künftig dort wohnen soll. Eine WG mit Studierenden hat andere Ansprüche als eine Familie oder ein älteres Paar.

    Umbau-Beispiele:

    In Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg haben Studierende Umbau-Skizzen für 5 Häuser in Lüneburg entwickelt. Diese können anderen Eigentümer:innen als Anregung dienen:

    Weitere Umbau-Beispiele sind auf folgenden Seiten zu finden:

    • Website „Mehr Leben im Eigenheim“: inspirierende Beispiele von Einfamilienhausbesitzer*innen aus Baden-Württemberg mit Videodokumentationen
    • Website „MetamorpHouse“: Umbaubeispiele für Einfamilienhäuser in der Schweiz mit Erfahrungsberichten und weiteren Hinweisen für die architektonische Gestaltung
    • Ausstellung „Zimmer frei“: Entwürfe von Architekturstudierenden zum Umbau von vier typischen Gebäuden in Weende-Nord (Göttingen)

    Wohnprojekt

    Gemeinsam Wohnen im eigenen Haus oder in größerem Wohnprojekt

    „Ich überlege, nette Leute in unser Haus einziehen zu lassen oder in ein Wohnprojekt einzusteigen.“ – Alex (34 Jahre)

    Mehr Gemeinschaft kann im eigenen Haus entstehen, z. B. durch Vermietung oder die Aufteilung in mehrere Wohneinheiten. Dabei ist es wichtig zu überlegen, wie sich die rechtliche Struktur mit ggf. verschiedenen Rollen auf das Zusammenleben auswirkt.

    Es gibt in Lüneburg schon zahlreiche Wohnprojekte, von der Wohnungseigentümergemeinschaft über Genossenschaften bis zu Mietshäuser-Syndikatsprojekten. Manche Projekte sind realisiert und nur manchmal wird ein Zimmer oder eine Wohnung frei. Es gründen sich aber auch immer wieder neue Projektgruppen, die sich über Mitmacher:innen freuen.

    Das Dachverein „Mehr Leben – Wohnprojekte Lüneburg e. V.“ bietet in Kooperation mit dem Wohnprojekte-Kontor einen regelmäßigen Stammtisch zur Kontaktaufnahme und Vernetzung an.

    Umzug

    Beratung und Unterstützung

    „Ich möchte in eine kleinere Wohnung umziehen. Meine große Wohnung gefällt mir, aber sie macht auch viel Arbeit.“ – Kristina (72 Jahre)

    Info

    Symbolbild: www.kaboompics.com/Pexels

    Manchmal passt das eigene Zuhause einfach nicht mehr zu den Bedürfnissen. Wenn mehr Unterstützung nötig ist, berät der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen, Region Lüneburg 

    • zu den Möglichkeiten der Anpassung des eigenen Wohnraums
    • und zu allen existierenden Angeboten anderer Wohnformen oder der Unterstützung im Alltag.

    Weitere Infos

    Wohnraum-Wissen

    Falls Sie sich schon vorab informieren wollen: 

    pdf
    Flyer Wohnraumberatung
    (pdf / 0.48 MB)
    Download