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    Pressemitteilung vom 26.06.2026

    FAQ: Hitze, Klimaanpassung und Umweltschutz in Lüneburg

    Was tut die Hansestadt Lüneburg für Risikogruppen bei Hitze?

    Die Stadt unterstützt besonders gefährdete Menschen mit verschiedenen Maßnahmen:

    • In Unterkünften für obdachlose Menschen werden Hinweise zu Hitzeschutz und ausreichendem Trinken gut sichtbar ausgehängt und verteilt.
    • Sozialarbeitende sprechen die Menschen aktiv an und geben Tipps zu Verhalten bei Hitze (z. B. Trinken, Kleidung, Sonnenschutz). Bei Bedarf wird Sonnencreme ausgegeben.
    • In der Gemeinschaftsunterkunft Rettmer gibt es schattige Aufenthaltsbereiche im Außenraum.
    • Streetwork-Teams suchen Menschen gezielt auf, informieren über Risiken und verteilen Wasser sowie Sonnencreme.
    • Stadtteilhäuser stehen tagsüber als Anlaufstellen zur Verfügung.

    Weitere Informationen der Hansestadt Lüneburg zum Thema Hitze und Gesundheit

    Standorte der öffentlichen Trinkwasserbrunnen in Lüneburg

    Die Hitzekarte wird derzeit überarbeitet.

    • Neue kühle Orte werden ergänzt.
    • Eine nutzerfreundlichere Darstellung ist in Planung.
    • Zusätzlich wird eine gedruckte Karte erstellt, die bald verfügbar sein soll.
    Wie werden Einrichtungen wie Kitas und Schulen informiert?
    • Das Klimaanpassungskonzept wurde Leitungen von Grundschulen und Kitas vorgestellt.
    • Themen waren insbesondere Hitze und Starkregen.
    • Einzelne Einrichtungen haben zusätzliche Beratungen erhalten.

    Im Gesundheitsbereich gibt es einen engen Austausch mit relevanten Institutionen. Maßnahmen werden gemeinsam abgestimmt.

    Wie ist der Stand beim Hitzeaktionsplan?

    Die Erarbeitung eines Hitzeaktionsplans hat Anfang 2026 begonnen.

    • Eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe koordiniert den Prozess.
    • Externe Unterstützung erfolgt durch die Agentur ecolo (Bremen), finanziert über Fördermittel.
    • Am 14. April 2026 fand ein großer Runder Tisch mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren statt (u. a. Sozialverbände, Schulen, Kitas, Gesundheitswesen, Blaulichtorganisationen).
    • Maßnahmen werden aktuell konkretisiert und priorisiert.

    Ziel ist es, den Hitzeaktionsplan bis Ende 2026 in die Abstimmung zu geben. Auch wohnungslose Menschen werden über eingebundene Träger wie die Diakonie berücksichtigt.

    Welche Rolle spielen Dach- und Fassadenbegrünungen beim Hitzeschutz?

    Dachbegrünungen sind bereits auf vielen städtischen Gebäuden umgesetzt, darunter Schulen, Sporthallen und Kitas. Weitere Projekte sind geplant, z. B.:

    • Johanneum (Fachunterrichtsgebäude)
    • IGS Kreideberg (Oberstufenzentrum)
    • Feuerwache Ost

    Fassadenbegrünungen gibt es teilweise im Bestand. Bei Neubauten werden sie anteilig eingeplant

    Werden Bushaltestellen begrünt?

    Ja, erste Buswartehäuser mit Gründächern gibt es bereits, zum Beispiel:

    • Bessemer Straße
    • Allensteiner Straße
    • Wilhelm-Leuschner-Straße
    • Thorner Markt

    Künftig sollen neue Bushaltestellen grundsätzlich mit Gründach und Photovoltaik ausgestattet werden, sofern der Standort geeignet ist.

    Setzt die Stadt auf klimaresiliente Bepflanzung?

    Ja, die Stadt verfolgt eine umfassende Strategie:

    • Umbau von Wäldern zu klimaresilienten Mischwäldern
    • Aufforstung und Waldverjüngung
    • Klimaangepasste Auswahl von Stadtbäumen
    • Förderung über den Klimafonds (KluG)
    • Fokus auf Vielfalt statt einzelner Baumarten
    • Berücksichtigung schwieriger Standortbedingungen wie Trockenheit oder verdichtete Böden
    Wie steuert die Stadt die Flächenversiegelung?
    • Über Bebauungspläne wird die Versiegelung begrenzt (z. B. durch Grundflächenzahlen).
    • Gründächer werden häufig als Ausgleich festgesetzt.
    • Gegen Schottergärten wird vorgegangen.

    Nach dem Schwammstadt-Prinzip soll Regenwasser möglichst vor Ort versickern. Das ist grundsätzlich verpflichtend, mit Ausnahmen bei ungeeigneten Böden oder im Senkungsgebiet.

    Wie ist die Stadt auf Starkregen und Hochwasser vorbereitet?

    Starkregen

    Starkregengefahrenkarten sind online einsehbar.

    • Eine Arbeitsgruppe sowie mehrere Austauschrunden koordinieren Maßnahmen.
    • Für 2027 ist ein umfassendes Vorsorgekonzept geplant.
    • Bürgerinnen und Bürger werden über Flyer, Veranstaltungen und Online-Angebote informiert.
    • Bauliche Maßnahmen (z. B. Rückhaltebecken) werden umgesetzt.

    Technische Anlagen können jedoch nicht vollständig auf extreme Starkregenereignisse ausgelegt werden, da dies wirtschaftlich und funktional nicht sinnvoll wäre.

    Hochwasser

    • Der Lösegraben schützt die Innenstadt vor Hochwasser.
    • In Überschwemmungsgebieten gelten strenge Bauvorschriften.

    Weitere Maßnahmen sind derzeit aufgrund begrenzter Flächen im Stadtgebiet nicht geplant.

    Wie geht die Stadt mit Dürre und Wassermangel um?

    Was tut die Stadt gegen Dürre?

    • Beteiligung an regionalen Wassermanagementkonzepten.
    • Zusammenarbeit im Wasserforum Region Lüneburg.
    • Maßnahmen zum Wasserrückhalt, z. B. durch Anpassungen an Infrastruktur.
    • Stilllegung eines Schöpfwerks zur besseren Wasserspeicherung.

    Wie wird mit Wassermangel umgegangen?

    • Wasserentnahmen sind genehmigungspflichtig und werden kontrolliert.
    • In Dürreperioden können Einschränkungen per Allgemeinverfügung erlassen werden.
    • Es gibt ein Förderprogramm für Zisternen.

    Mehr Kreislaufbeschwerden: Klinikum Lüneburg rät zu Vorsicht bei Hitze

    Medieninformation der Gesundheitsholding Lüneburg - Juni 2026

    Die Hitzewelle macht sich auch im Klinikum Lüneburg bemerkbar: Am vergangenen Wochenende und zum Wochenstart suchten vermehrt Patientinnen und Patienten mit Kreislaufbeschwerden die Notaufnahme auf, die Zahl der Fälle hält sich allerdings noch in Grenzen. Für die weiterhin steigenden Temperaturen lautet die Empfehlung, sich in möglichst kühlen Räumen aufzuhalten. „Wenn das Thermometer auf mehr als 30 Grad klettert, leidet der Kreislauf – sofern man nicht gegensteuert", erklärt der Chefarzt für Akut- und Notfallmedizin, Nomayy Oweidi. Sein wichtigster Rat: auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken und nicht erst zu warten, bis sich ein Durstgefühl bemerkbar macht.

    Besonders gefährlich wird Hitze, wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten, die Nächte nicht unter 20 Grad abkühlen und eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzukommt. „Hitze ist gerade für ältere Menschen ein Risikofaktor", betont Prof. Christian Maaser, Chefarzt der Geriatrie des Klinikums. „Das Risiko für eine Dehydration ist im Alter höher, zum einen durch Medikamente, aber auch durch einen geringeren Anteil an Körperwasser und ein verringertes Durstgefühl.“ Die Gefahr: Extreme Wärme erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, verschlechtert Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma und kann zu Nierenfunktionsstörungen führen. Im schlimmsten Fall droht ein lebensgefährlicher Hitzeschlag. „Mögliche Symptome sind Krämpfe sowie Bewusstseinsstörungen bis hin zu Bewusstlosigkeit. Der ganze Körper ist betroffen und die Haut am ganzen Körper ist trocken und heiß.“

    Solche schweren hitzebedingten Notfälle blieben in den vergangenen Tagen im Klinikum Lüneburg aus. Das Team der Notaufnahme ist aber auf die Situation vorbereitet. Bislang zeigten die Patientinnen und Patienten vor allem Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Um das zu verhindern, rät das Team des Klinikums, körperliche Anstrengungen zu vermeiden oder auf die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Zur Kühlung helfen feuchte Tücher auf Nacken und Gelenken, kühle Duschen sowie Fußbäder.

    Für alle ab 67 Jahren: Abkühlen mit Kultur im Museum Lüneburg

    Das Museum Lüneburg hat ein Angebot für hitzegeplagte Lüneburger:innen. Alle Besucherinnen und Besucher ab 67 Jahren erhalten ab dem 1. Juni bis Ende August 2026 an Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius Außentemperatur kostenfreien Eintritt. Maßgeblich sind dabei die Prognosen und Messdaten des Deutschen Wetterdienstes.

    Die Aktion soll dazu beitragen, älteren Menschen eine kühle Rückzugsmöglichkeit an besonders heißen Tagen zu bieten. Die klimatisierten Ausstellungsräume des Museums sorgen für spürbare Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems, während die ruhig gelegene Terrasse mit Blick auf die Ilmenau-Kaskaden zur entspannten Pause im Schatten einlädt.

    „Mit diesem Angebot möchten wir nicht nur zur kulturellen Teilhabe beitragen, sondern auch aktiv Hitzeschutz ermöglichen und Senior:innen dazu einladen, bei angenehmen Raumklima einen entspannten Kulturtag zu verbringen“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder.

    Die Ausstellungsräume sind klimatisiert und bieten Erholung für Körper und Geist. Auch die Ilmenau-Terrasse mit Blick auf die rauschenden Kaskaden lädt zum Verweilen im Schatten ein.