Stadtkonferenz 2026
„Ehrenamt im Wandel – Zukunft, Austausch, Miteinander“ – 9. Mai 2026
Ob Nachbarschaftshilfe, Jugendtreff, Kulturverein oder Sportclub – das Ehrenamt bringt Lüneburg zum Laufen. Damit das so bleibt, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.
Was brauchen Engagierte heute – und was morgen? Wie gewinnen wir neue Freiwillige? Und wie bleibt das Ehrenamt attraktiv und lebendig? Das sind einige der Themen für die 5. Lüneburger Stadtkonferenz, die am 9. Mai 2026 im Zentralgebäude der Leuphana stattfindet.
Ablauf der #StadtKon26
- 12 Uhr: Einlass
- 12 bis 17 Uhr: Messe
- 13 Uhr: Vorträge und Gespräche im Auditorium
- 14:30 Uhr: Workshops
- 16:30 Uhr: Kaffeepause
- 17 Uhr: Abschluss im Auditorium
- 17:30 Uhr: Ausklang

Die Stadtkonferenz findet am 9. Mai 2026 erneut im Zentralgebäude der Leuphana statt.
Foto: Hansestadt Lüneburg
Vorträge und Gespräche
Gäste bei der Stadtkonferenz 2026
Zur Eröffnung der #Stadtkon26 begrüßt Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch ab 13 Uhr mehrere Gäste, die in Vorträgen und Gesprächen ihre Expertise zum Thema Ehrenamt einbringen. Mit dabei sind:
Prof. Dr. Wibke Riekmann – Hochschule Hannover

Wibke Riekmann ist Professorin für Sozialarbeitswissenschaft mit dem Schwerpunkt Gemeinwesenarbeit und Community Organizing an der Hochschule Hannover. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit Engagement, Vereinen und Demokratiebildung.
Zur Sozialen Arbeit und in die Wissenschaft ist sie selbst über ihr ehrenamtliches Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit gekommen. Besonders interessiert sie, wie Menschen Zugänge zum Ehrenamt finden und wie die Zivilgesellschaft als Ort demokratischer Bildung und Teilhabe gestärkt werden kann.
Marianne Gorka – Regionalbischöfin für den Sprengel Lüneburg

Marianne Gorka ist Regionalbischöfin für den Sprengel Lüneburg der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Ihr beruflicher Weg ist eng mit dem Ehrenamt verbunden. Das Engagement ihrer Eltern prägte sie früh; somit wuchs sie wie selbstverständlich in kirchliche Gruppen, Initiativen und Verantwortungsräume hinein.
Auch im Pfarramt engagierte sie sich weiterhin in unterschiedlichen Gruppen, Vereinen und Förderstrukturen. Ehrenamt ist für sie kein ergänzendes Element kirchlichen Lebens, sondern dessen tragende Kraft.
Für Marianne Gorka ist Ehrenamt Ausdruck lebendiger Zivilgesellschaft und gelebten Glaubens: Es stiftet Sinn, schafft Zusammenhalt und eröffnet Räume, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Benjamin Adrion – Gründer von Viva con Agua

Nach seiner Zeit als Profifußballer initiierte Benjamin Adrion die gemeinnützige Organisation Viva con Agua. Seitdem setzt er sich für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser ein.
Heute liegt sein Fokus auf dem Aufbau der Villa Viva in Kapstadt, Hamburg und Berlin – ein Ort für Partizipation, Kreativität und soziales Engagement. Hier entstehen Räume für Begegnung, Inspiration und Wirkung, die gelebte Vielfalt, gemeinsames Handeln und kulturelle Offenheit fördern.
Benjamin Adrion will dazu inspirieren, Wirtschaft als Werkzeug für positive gesellschaftliche Veränderung und nachhaltige Transformation zu begreifen und mit Freude in die Welt zu tragen.
Christian Röhling – Vizepräsident Landessportbund Niedersachsen

Das Thema Ehrenamt begleitet Christian Röhling schon lange. Angefangen hat er als Vater eines Sohnes, der Fußball beim TuS Hohnstorf spielte. Für ihn bereits damals selbstverständlich: „Man fährt mit und unterstützt die Mannschaft.“ Als der Verein engagierte Helfer für weitere Aufgaben brauchte, packte er mit an – sein Einstieg ins Ehrenamt.
Heute ist Christian Röhling dreifacher Vizepräsident: beim Landessportbund, beim Norddeutschen Fußballverband und beim Niedersächsischen Fußballverband.
Sofian Messaoud – Integrationsbeirat

Sofian Messaoud engagiert sich seit rund fünf Jahren ehrenamtlich im Integrationsbeirat für Hansestadt und Landkreis Lüneburg. Unter anderem ist er Abgesandter im Schulausschuss und im Niedersächsischen Integrationsrat, außerdem wirkt er im Planungsteam des Integrationsbeirats für die „Lüneburger Wochen gegen Rassismus“ mit. Er unterstützt zudem Menschen mit Fluchterfahrung und hat als Antidiskriminierungsberater für diversu e.V. gearbeitet.
Auch in seiner beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter, aktuell an der IGS Lüneburg, begegnet ihm das Ehrenamt regelmäßig. Denn viele soziale Angebote, Projekte und Initiativen funktionieren nur durch freiwillige Mitarbeit.
Max Süling – Jugendforum

Max Süling ist 15 Jahre alt, Schüler der Wilhelm‑Raabe‑Schule und engagiert sich seit über zwei Jahren im Jugendforum der Stadt. In dieser Zeit hat er das Gremium als wichtigen Ort kennengelernt, an dem junge Menschen ihre Interessen vertreten und aktiv an kommunalen Themen mitarbeiten können.
Damit junge Menschen sich engagieren können, braucht es aus seiner Sicht vor allem weniger langwierige Verwaltungsprozesse. Ideen sollten schnell und unkompliziert umgesetzt werden können, unterstützt durch transparente Kommunikation, klare Antworten und ausreichende finanzielle Mittel. Was Jugendliche seiner Meinung nach zusätzlich motiviert, sind sichtbare Erfolge, die Chance, anderen jungen Menschen zu helfen, und die Erfahrung, durch Vernetzung mehr Wirkung zu erzielen.
Workshop-Programm
für angemeldete Teilnehmer:innen
Zu den zentralen Zukunftsfragen rund um das Ehrenamt bietet die Hansestadt Lüneburg ab 14:30 Uhr vier Workshops für Engagierte und Organisationen an.

Workshop 1: Netzwerkarbeit und Strukturen
Ehrenamt braucht Erleichterung, Unterstützung und Zuspruch – analog und digital.
Dafür sind tragfähige Netzwerke und verlässliche Ansprechpartner wichtig.
Und es braucht die Wertschätzung und Qualifizierung ehrenamtlich Aktiver.
Digitalisierung spielt eine zunehmende Rolle für die Organisation, Ausgestaltung und Mitgliedergewinnung.
In diesem Workshop soll es darum gehen, wie bestehende Strukturen in der Hansestadt Lüneburg weiterentwickelt werden können und inwiefern Digitalisierung die Netzwerkarbeit fördern kann. Weiter wollen wir beleuchten, was dazu beiträgt, dass sich Ehrenamtliche wertgeschätzt und anerkannt fühlen.

Workshop 2: Inklusion und Vielfalt
Ehrenamt lebt von Vielfalt. Ressourcen und Potenziale aller Menschen sind eine Bereicherung für das Ehrenamt. Trotzdem beobachten wir, dass Personengruppen unterschiedlich stark repräsentiert sind. Bisher weniger repräsentierte Gruppen sollten mehr zur Geltung kommen und sichtbarer werden.
Stellvertretend für alle, die noch nicht so sichtbar im Ehrenamt sind, wollen wir in diesem Workshop thematisieren, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um allen Menschen die Teilhabe im Ehrenamt zu erleichtern. Welche Strukturen oder Formate müssen dafür geschaffen werden? Was braucht es, um Hürden auf beiden Seiten abzubauen?

Workshop 3: Zusammenarbeit mit Unternehmen
Dies ist ein Workshop für Menschen aus Ehrenamt und Unternehmen, die gemeinsam mehr erreichen wollen. Wie wird die Zusammenarbeit von Unternehmen und Ehrenamt zur Win-Win-Situation?
Wie profitieren Unternehmen – wie das Ehrenamt?
Viele Betriebe stellen ihre Mitarbeitenden ad hoc frei oder nehmen schon bei der Arbeitsplanung Rücksicht auf das Ehrenamt. So stärken sie auch ihre Marke als Arbeitgeber. Andere organisieren einen „Social Day“, also einen Tag, an dem sich Unternehmen mit ihren Mitarbeitenden für das Gemeinwohl engagieren. Sie zeigen sich als „Corporate Citizen“ – eine strategische Investition. Und auch das Ehrenamt bietet viel: Reichweite mit regionaler Verankerung, echtes Teambuilding und Mitarbeitende, die gesellschaftliche Realitäten kennen und hoch engagiert sind. Und viele Verbände könnten ohne das Ehrenamt und sein Know-how gar nicht existieren.
Wie können wir die richtigen Strukturen optimal ausbauen, um für die Menschen in Lüneburg das Beste zu erreichen? Damit beschäftigt sich dieser Workshop.

Workshop 4: Ehrenamt in Quartier und Stadtteil
In den Stadtteilen Lüneburgs findet viel ehrenamtliches Engagement statt. Hier bringen sich die Menschen wohnortnah ein. Die Stadtteilhäuser und Bürgertreffs bieten Räume und sind Vernetzungsorte für Engagement und Ehrenamt.
In diesem Workshop entwickeln die Teilnehmenden in drei Gruppen realistische und ehrenamtlich umsetzbare Angebote am Beispiel des Stadtteils Goseburg-Zeltberg.
Messe und Rahmenprogramm
für alle Interessierten
Wie schon bei der letzten Stadtkonferenz findet begleitend zu den Vorträgen und Workshops von 12 bis 17 Uhr eine öffentliche Messe statt.
Hier stellen sich Vereine und Initiativen vor, die sich ehrenamtlich für die Stadtgesellschaft engagieren. Es sind unterschiedlichste Präsentationsformate möglich – Plakate, interaktive Aktionen, Videos, Kurz-Vorträge oder anderes.
Diese Vereine, Initiativen und Organisationen sind dabei – in alphabetischer Reihenfolge (Stand: 16. April 2026):
- ADFC Lüneburg
- Alzheimer Gesellschaft Lüneburg e. V.
- AWO Regionalverband Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg e. V.
- Beirat für Menschen mit Behinderungen
- Beirat für Seniorinnen und Senioren der Hansestadt Lüneburg
- BI Unser Wasser Lüneburg
- Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V.
- Boardgamepalooza
- BUND RV Elbe-Heide
- Bürgerverein Ochtmissen e. V.
- Carl-Schirren-Gesellschaft
- Checkpoint Queer e. V
- Commons Zentrum Lüneburg
- Ev.-kath. Bahnhofsmission
- Freiwilligenagentur Lüneburg (Paritätischer Wohlfahrtsverband)
- DLRG Ortsgruppe Lüneburg e. V.
- DRK Kreisverband Lüneburg e. V.
- FabLab Lüneburg e. V.
- Feuerwehr Lüneburg
- Förderverein Frauenhaus Lüneburg e. V.
- HEY, ALTER! Lüneburg
- Internationaler Frauentreff Kaltenmoor
- JANUN Lüneburg e. V.
- Johanniter Unfall-Hilfe e. V.
- Johanniter-Hilfsgemeinschaft Lüneburg-Dannenberg
- Klimaentscheid Lüneburg
- kollektiv:zukunft e. V.
- Kreissportbund Lüneburg e. V. (KSB)
- Kunstschule Ikarus e. V.
- Lebenshilfe Lüneburg-Harburg gGmbH
- Lebensraum Diakonie e. V.
- Lüneburger SV
- Marianne Bock Gedächtnis-Stiftung
- Migrantenelternnetzwerk Lüneburg und Elterntalk Lüneburg
- mosaique Haus der Kulturen e. V.
- NABU
- Open Nature Kollektiv: Freiluftkultur Lüneburg e. V.
- Ostpreußisches Landesmuseum
- Parents for Future
- Paul-Gerhardt-Haus/-Laden
- Radentscheid Lüneburg
- SALT Toastmasters Rednerclub
- Seniorpartner in School Landesverband Niedersachsen e. V. – Regionalgruppe Lüneburg
- Sozialverband Deutschland Ortsverband Lüneburg
- Terre des Hommes AG Lüneburg
- Turn- und Sportverein Erbstorf e. V.
- VHS REGION Lüneburg
- WerkStadt Lüneburg e. V.
- Zukunftsrat Lüneburg
Diese Bereiche der Stadtverwaltung sind dabei:
- Koordinierungsstelle Ehrenamt
- Koordinierungsstelle Teilhabe, Antidiskriminierung und Extremismusprävention
- Fachbereich Kultur
- Jugendpflege
- Senioren- und Pflegestützpunkt

Musik von Tina Ohlhagen
Der Ausklang der Stadtkonferenz wird musikalisch begleitet von Tina Ohlhagen am Flügel und mit Gesang.
Das Lüneburger Publikum kennt sie als Pianistin von „Somebody & Soul“ und vom „Gospelchor Lüneburg“. Als Chorleiterin betreut Tina Ohlhagen selbst zwei Chöre. Sie hat sich in den letzten zwei Jahren einen Namen gemacht mit unterschiedlichen „PopUp-Chor“-Konzerten in und um Lüneburg.
Mit ihrem Soloprogramm „A tribute to Carole King“ bespielt Tina Ohlhagen mittlerweile auch überregionale Kulturbühnen.