Hitze und Gesundheit
Verhaltenstipps für heißes Wetter
Auch in Lüneburg werden die Sommer heißer. Besonders in der dicht bebauten Innenstadt kann Hitze schnell zur Belastung für die Gesundheit und das Wohlbefinden werden, auch für gesunde Menschen.
Das eigene Verhalten in der Hitze beeinflusst direkt, wie Hitze auf unseren Körper wirkt. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Körper jedoch besser an hohe Temperaturen anpassen. Die Verhaltenstipps und Informationen über Risikogruppen auf dieser Webseite sollen Ihnen helfen, auch an heißen Tagen sicher und gesund zu bleiben.
Dabei helfen auch die Trinkwasserspender, die die Hansestadt in Kooperation mit der Avacon Wasser an verschiedenen Orten aufgestellt hat.

Foto: Hansestadt Lüneburg
Wann ist es heiß?
Von starker Hitze spricht man, wenn die Temperaturen tagsüber auf 30 °C oder mehr steigen und die Nächte mit Temperaturen über 20 °C (tropische Nächte) kaum Abkühlung bringen. Hält diese Wetterlage mehrere Tage an, spricht man von einer Hitzewelle.
Wie belastend Hitze empfunden wird, ist individuell verschieden und hängt unter anderem von Alter, Gesundheitszustand und Luftfeuchtigkeit ab. Deshalb warnt der Deutsche Wetterdienst nach der gefühlten Temperatur:
- Starke Hitzebelastung ab 32 °C
- Extreme Wärmebelastung ab 38 °C
Um sich über kommende Hitzeereignisse zu informieren, können Sie zum Beispiel die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes nutzen.
Hansestadt Lüneburg
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Allgemeine Verhaltenstipps
bei großer Hitze
Hier finden Sie mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg abgestimmte Tipps, mit denen Hitzebelastungen vorgebeugt werden kann.
Nicht jede Empfehlung ist für alle Menschen gleichermaßen geeignet. Welche Maßnahmen für Sie sinnvoll und umsetzbar sind, hängt auch von Ihrer persönlichen Situation und Ihren individuellen Bedürfnissen ab.

Symbolfoto: pexels/Iván Rivero
Nehmen Sie plötzlich auftretende Beschwerden bei sich und anderen immer ernst. Besonders bei hohen Temperaturen sollten Sie auf folgende Symptome achten, da sie auf eine Hitzeerkrankung hinweisen können:
- Erschöpfung & Kreislauf: Starke Erschöpfungsgefühle, Unruhe, Schwindel, erhöhte Temperatur oder Fieber.
- Herz & Atmung: Kurzatmigkeit sowie ein schneller Puls (schnelles Herzklopfen)
- Haut & Schweiß: Starke Blässe oder auch intensive Röte, übermäßig viel Schweiß oder überhaupt kein Schweiß mehr.
- Kopf & Muskeln: Kopfschmerzen, ein steifer Nacken sowie Muskelschmerzen oder -krämpfe.
- Magen-Darm & Körper: Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung oder auch Infektionen (wie z. B. eine Blasenentzündung).
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, handeln Sie sofort:
Abkühlen: Begeben Sie sich an einen kühlen Ort, öffnen Sie beengende Kleidung und kühlen Sie Kopf, Nacken, Hände und Füße mit feuchten, lauwarmen Tüchern.
Trinken: Trinken Sie reichlich Flüssigkeit – am besten natriumreiches Mineralwasser oder leicht gesalzenes Leitungswasser. Durch starkes Schwitzen verliert der Körper lebenswichtige Flüssigkeit und Elektrolyte (Mineralstoffe wie Natrium oder Kalium), die so wieder ausgeglichen werden.
Falls die Symptome nach Abkühlung und Trinken nicht abnehmen, holen Sie medizinische Hilfe: Rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) an.
Wann besteht Lebensgefahr? (Notruf 112)
Beobachten Sie bei sich oder anderen die folgenden schweren Symptome, liegt möglicherweise ein lebensgefährlicher Hitzeschlag vor. Wählen Sie sofort den Rettungsdienst (Telefonnummer 112):
- Bewusstseinseintrübung, Verwirrtheit oder mangelnde Reaktion bei Ansprache
- Schwere Atemnot
- Sehr hoher oder sehr niedriger BlutdruckWeitere Informationen finden Sie beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.
Regelmäßig trinken:
- Möglichst Wasser, gekühlte Tees ohne Zucker oder Saftschorlen trinken.
- Stündlich ein Glas trinken – auch wenn Sie keinen Durst verspüren.
- Auf alkohol- und koffeinhaltige Getränke verzichten – diese belasten den Kreislauf zusätzlich.
- Ungezuckerte Getränke trinken – zuckerhaltige Getränke entziehen dem Körper Wasser.
- Nicht auf Eis – sehr kalte Getränke belasten den Magen.
Leichte Kost:
- Lieber mehrere kleine Mahlzeiten als wenige große.
- Leichte, frische und kühle Nahrungsmittel (z. B. Obst, Gemüse, Salat, fettarme Suppen, fettarme Milch oder Milchprodukte) verzehren.
Mineralstoffversorgung
- Durch Schwitzen verlieren wir Mineralien, vor allem Natrium, welche wichtige Körperfunktionen unterstützen.
- Deswegen: Normal gesalzene Speisen essen und viel Wasser trinken
- Drohende Elektrolytstörung erkennen. Anzeichen sind Müdigkeit, Mattheit, verzögerte Reaktionszeit, Verwirrtheit.
Lüften Sie nur, wenn es draußen kühler ist als drinnen – in der Nacht und Morgenstunden mit Querlüftung.
Fenster schließen und verschatten (Fensterläden, Rollos und Jalousien schließen)
Balkone verschatten (Markise, Sonnensegel oder -schirm)
Ventilatoren (bis 35°C einsetzbar) können Schweiß trocknen und Körper kühlen, sowie kühlere Luft schneller in Räumen verteilen.
Raumtemperatur (tagsüber max. 32°C, nachts max. 24°C) regelmäßig kontrollieren und ggf. kühlen (z.B. mit mobiler Klimaanlage oder nasse Tücher aufhängen).
Wenig elektrische Geräte und Lichtquellen nutzen – die geben zusätzliche Wärme ab.
Teppiche sind Wärmespeicher – im Sommer nach Möglichkeit wegräumen.
Hitze meiden:
- Möglichst wenig der prallen Sonne aussetzen.
- Stark versiegelte Flächen meiden.
- Zur heißesten Tageszeit – zwischen 11 und 18 Uhr – möglichst wenig draußen sein.
- Erledigungen, Einkäufe oder Termine auf kühlere Morgen- oder Abendstunden legen.
- Körperlich anstrengende Aktivitäten (Sport) nur am frühen Morgen oder späten Abend ausüben.
Sonnenschutz:
- Lange, luftige und helle Kleidung und Kopfbedeckung tragen.
- Ab UV-Index 3: Sonnenschutzmittel mit hohem LSF auftragen (auch im Schatten).
- Sonnenbrille tragen
- Kopfbedeckung tragen (mit breiter Krempe oder Schirm und Nackenschutz)
Körper kühl halten:
- Abkühlung mit Luft (z.B. Fächer oder Ventilator) und Wasser (z.B. kühle feuchte Umschläge, kühles Duschen oder Baden, Wassersprays)
- Nachts den kühlsten Raum zum Schlafen wählen, leichte Bettwäsche, Kühle Tücher auf Stirn, Unterschenkel oder –arme; leichte, luftige Nachtwäsche
Absprache mit Ärztin oder Arzt auf Hitzeverträglichkeit und Dosierung der Medikamente. Manche Medikamente entwickeln mit UV-Strahlung Nebenwirkungen (z. B. starke Rötung, Blasenbildung).
Medikamente an kühlen Orten lagern.
Der Innenraum eines Autos kann sich innerhalb weniger Minuten auf über 40°C erhitzen. Dann besteht eine extreme Gefahr der lebensbedrohlichen Überhitzung für Menschen und Tiere, die sich im Auto befinden.
Ein offener Fensterspalt ist kein Schutz vor Überhitzung!
Wer bei Hitze ein Kind oder Tier in einem geschlossenen Auto vorfindet, sollte zunächst nach dem Fahrer oder der Fahrerin suchen beziehungsweise ihn/sie ausrufen lassen. Ist der/die Verantwortliche nicht aufzufinden, rufen Sie die Polizei oder den Notruf an.
Achten Sie darauf, ob Verwandte, Nachbar:innen oder Bekannte einer Risikogruppe angehören, damit Sie an Hitzetagen aktiv Ihre Mitmenschen unterstützen können.
Zu den Risikogruppen gehören etwa:
- Alte und Pflegebedürftige
- Säuglinge und Kleinkinder
- Schwangere und Stillende
- Chronisch Kranke
- Menschen mit Behinderungen
- Suchtmittelabhängige
- Menschen, die arbeitsbedingt der Hitze ausgesetzt sind
- Menschen, die freizeitbedingt der Hitze ausgesetzt sind
- Menschen ohne festen Wohnsitz
- Bewohner:innen von heißen Wohnungen
Achten Sie auf sich und andere. Bieten Sie Hilfe an und weisen Sie auf Hilfestellen hin (z. B. kühle, schattige Orte und Trinkwasserspender). Bauen sie Netzwerke in Verwandtschaft und Nachbarschaft zur Unterstützung bedürftiger Menschen auf.