Bauprojekt im Senkungsgebiet: Hansestadt informiert, sobald alle Gutachten vorliegen
HANSESTADT LÜNEBURG. – Zum geplanten Bauvorhaben am Schanzenweg gibt es aktuell keinen neuen Sachstand. Darauf weist die Hansestadt Lüneburg insbesondere alle Anwohnenden hin.
Das Grundstück liegt im Senkungsgebiet. Hier plant ein privater Bauherr Umbauten und mehrere Neubauten, entstehen sollen etwa 100 Wohnungen.
Gutachten und statische Unterlagen liegen noch nicht vor
Wie angekündigt, wird es eine Infoveranstaltung für Anwohnerschaft und Interessierte geben, sobald alle Gutachten und statischen Unterlagen vorliegen und geprüft wurden. „Erst dann können wir verlässlich zur Planung vortragen und Fragen entsprechend valide beantworten“, macht Stadtbaurätin Heike Gundermann deutlich.
Viele Fragen von Anwohnenden beziehen sich auf das Senkungsgeschehen und den bautechnischen Umgang mit möglichen Senkungen. „Das können wir erst beantworten, wenn für das gesamte Bauvorhaben der geotechnische Bericht, die Statiken und die Prüfstatiken vorliegen“, so Gundermann. Eine positive Prüfung der Statik und des geotechnischen Berichtes seien zugleich Voraussetzung dafür, dass die erteilten Baugenehmigungen wirksam werden.
Infoveranstaltung frühestens im Herbst 2026
Sobald also alle Unterlagen vorliegen und geprüft wurden, wird die Hansestadt zur Infoveranstaltung einladen. „Das wird frühestens im Herbst sein“, sagt Gundermann.
Denn aktuell liegen der Stadt lediglich die statischen Unterlagen für das Bauvorhaben im Innenbereich der bestehenden Bebauung im Schanzenweg vor. Die Statik und der geotechnische Bericht für den geplanten Neubau an der Ecke Schanzenweg/Vor Mönchsgarten sind derzeit in Erarbeitung und liegen der Verwaltung noch nicht vor.
Die Hansestadt rechnet damit, diese Unterlagen im Sommer zu erhalten. Anschließend steht eine aufwändige Prüfung an.
Neue Messpunkte im Bereich Schanzenweg geplant
Parallel plant die Bauverwaltung der Hansestadt derzeit das Setzen weiterer Messpunkte im Bereich des Schanzenwegs. Grundstückseigentümer:innen wurden dazu postalisch angeschrieben, das Setzen der Punkte soll zeitnah erfolgen.

An der Ecke Schanzenweg/Vor Mönchsgarten sind mehrere Bauprojekte geplant.
Foto: Hansestadt Lüneburg
Wichtige Fragen und Antworten zu dem Bauvorhaben
Warum hat die Hansestadt das Bauprojekt genehmigt?
Die Bauaufsicht hat das Vorhaben intensiv geprüft. Vom Antrag bis zur Genehmigung vergingen mehrere Jahre. In dieser Zeit wurden viele Gespräche geführt, das Bauvorhaben der Politik vorgestellt und es gab einen engen Austausch mit Senkungsexperten. Alle Voraussetzungen für eine Genehmigung sind erfüllt. Damit ist die Hansestadt verpflichtet, eine Baugenehmigung zu erteilen. Dass sich das geplante Gebäude in die Umgebung einfügt, hatte im letzten Jahr das OVG bestätigt.
Wirkt sich das Bauvorhaben auf das Senkungsgeschehen aus?
Das Vorhaben wurde mit dem Geologen Thorsten Trapp abgestimmt, der die Stadt seit vielen Jahren berät. Er hält Auswirkungen auf das Senkungsgeschehen für ausgeschlossen. Die Prozesse, die Senkungen verursachen, finden in großer Tiefe statt – am Ochtmisser Kirchsteig nachweislich unterhalb von 120 Metern. Bauarbeiten an der Oberfläche beeinflussen diese Vorgänge nicht.
Schon im Verfahren zum Bauvorbescheid hatten Nachbarn ihre Sorgen geäußert. Daraufhin lud die Stadt zu einem Gespräch mit der Senkungsbeauftragten und dem Geologen ein.
Allgemeine Fragen zum Thema Bauen im Senkungsgebiet beantwortet die Hansestadt hier.
Stimmt es, dass dort eine mehrstöckige Tiefgarage entstehen soll?
Nein. Eine mehrstöckige Tiefgarage ist dort nicht geplant. Auch die Behauptung, dass bis in 18 Metern Tiefe gebohrt werde, ist falsch.
Geplant ist ein Untergeschoss in 3 bis maximal 4 Metern Tiefe. Dieser Bereich muss ohnehin ausgehoben werden, da laut Baugrundgutachten locker gelagerter Schutt vorhanden ist. Um die Standsicherheit zu gewährleisten, muss dieses Material entfernt werden.
So entsteht ein Untergeschoss mit Kellerräumen, Fahrradstellplätzen, Räumen für Haustechnik sowie Stellplätzen für Autos.
Welche Auflagen gibt es für den Bauherrn?
Weil das Grundstück im Senkungsgebiet liegt, wird der Standsicherheitsnachweis, den der Bauherr vorlegen muss, von einem externen Prüfingenieur geprüft.
Außerdem sind während der Ausführungsplanung weitere geologische Untersuchungen vorgesehen, um mögliche Risiken auszuschließen.
Wie sind Anwohnende abgesichert?
Die Stadt hat dem Bauherrn ein Beweissicherungsverfahren empfohlen, das er auch umsetzt. Es dient dazu, mögliche zivilrechtliche Schadensersatzansprüche von Nachbarn prüfen zu können. Eine rechtliche Grundlage, ein solches Verfahren verpflichtend anzuordnen, gibt es im öffentlichen Baurecht jedoch nicht.
Hansestadt Lüneburg
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