Die vier Dezernate
Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung
Die Dezernent:innen verantworten die vielfältigen Themen in der Verwaltung. Sie sind kommunale Wahlbeamte auf Zeit, die durch den Rat der Stadt gewählt werden. Sie erfüllen ähnliche Aufgaben wie ein Bundesminister auf Bundesebene oder ein Landesminister auf Landesebene und leiten jeweils einen festgelegten Geschäftsbereich (Dezernat).
Markus Moßmann
Erster Stadtrat und Dezernent für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht

Kurzer Werdegang
Markus Moßmann wurde 1975 in Gifhorn geboren. Weil sein Vater Berufssoldat war, zog die Familie oft um, lebte in Niedersachsen, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und zuletzt längere Zeit wieder im niedersächsischen Burgdorf. Von dort zog es ihn zum Studium der Rechtswissenschaften nach Hannover und Madrid und für das Referendariat nach Köln. Bevor Moßmann die Leitung des Dezernates für Nachhaltigkeit, Sicherheit und Recht in Lüneburg übernahm, arbeitete er im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport. Moßmann lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Lüneburg.
Die aktuelle Amtszeit von Markus Moßmann läuft bis Januar 2031.
Persönliches
Lieblingsbuch: Die Lektüre des Kommentars von Blum & Meyer zum Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz ist immer ein Gewinn. Ebenfalls empfehlenswert: Die ERA 2010, Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. Und zum Runterkommen lese ich dann meinen Töchtern „Pettersson und Findus, Pettersson zeltet“ als Vorgeschmack auf den nächsten Familien-Camping-Urlaub vor.
Lieblingsspruch: Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's einfach gemacht. (Autor:in unbekannt)
Lieblingsfilm: Ziemlich beste Freunde.
Lieblingsverein: TSV Hannover-Burgdorf
Lieblingsband: Mumford and Sons
Was hat Sie nach Lüneburg geführt?
Ich bin 2008 zum ersten Mal nach Lüneburg gekommen. Ich war damals abgeordnet vom Land Niedersachsen und habe kommissarisch den Fachbereich Bürgerservice, Sicherheit, Verkehr und Umwelt geleitet. Es war eine bewusste Entscheidung, mein Praxisjahr im Rahmen der Führungskräfteausbildung beim Niedersächsischen Innenministerium in einer kleineren Kommunen zu absolvieren, nachdem ich zuletzt mit Köln, Madrid und Hannover in Großstädten gelebt habe. Der Funke ist da schon übergesprungen. Als dann 2010 die Dezernatsleitung in Lüneburg ausgeschrieben war, habe ich mich beworben: Mich hat die Stadt ebenso gereizt wie die abwechslungsreiche, herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe.
Was mögen Sie an der Stadt?
Vieles. Ich mag das Stadtbild und die angenehme Größe. Ich finde es großartig, was Lüneburg in Sachen Daseinsvorsorge zu bieten hat, insbesondere auch für junge Familien. Und ich genieße es, so viele Naherholungsmöglichkeiten direkt vor der Tür zu haben.
Was mögen Sie an Ihrem Job?
Auch hier lautet meine Antwort: Es gibt sehr Vieles, was ich an der Arbeit im Rathaus und an den vielfältigen Aufgaben und Themen mag. Ganz besonders schätze ich es, dass ich das Ergebnis meiner Arbeit unmittelbar sehen und erleben kann oder eine prompte Reaktion erfahre – auch wenn diese mit negativer Kritik verbunden ist. Das betrifft fast alle Bereiche des von mir geleiteten Dezernates. Ob Mobilität, Bürgerservice, Ordnungsrecht oder Klimaschutz, die Auswirkungen betreffen die Menschen vor Ort direkt. Meine Kolleg:innen und ich haben sehr viel Kontakt zu den Menschen, die in der Stadt leben. Das bedeutet oft auch viel Arbeit, aber es ist immer bereichernd. Gemeinsam mit Einwohnenden und Politik gilt es, Lösungen für die großen aber auch kleinen Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Ich bin dankbar, dass ich durch meine Arbeit dazu beitragen kann.
In einfachen Worten: Was macht Ihr Dezernat? Was sind die Aufgaben Ihres Dezernats?
Kernaufgabe im Dezernat ist (aktuell) sicher das Thema Mobilität. Wie können wir den Verkehrsraum in Lüneburg gerechter aufteilen, wie ist eine Verkehrswende möglich, die alle Interessen berücksichtigt und keinen und keine Lüneburger:in abhängt? Darauf gilt es, Antworten zu finden. Mit Blick auf den Klimaschutz ist Mobilität ein entscheidender Baustein. Darüber hinaus gehören das Rechtsamt sowie die Bereiche Bürger- und Migrationsservice sowie Ordnung in das Dezernat III. Das Dezernat hat viele Überschneidungen mit anderen Bereichen. So sind wir eigentlich bei fast allen Themen auf die eine oder andere Art involviert: Wenn gebaut wird, richten wir den Blick auf den Verkehr und Umweltbelange, zu denen zum Beispiel der Immissionsschutz gehört, wenn es um Schulen und Schülerzahlen geht, unterstützt der Bürgerservice mit wichtigem Zahlenwerk.
Was sind große Herausforderungen in Ihrem Dezernat?
Mit Blick auf die Klimaziele haben wir einen enormen Zeitdruck und damit auch Handlungsdruck. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auszutauschen mit Stadtgesellschaft und Politik. Dieser Austausch ist zeitaufwändig, aber notwendig, um alle Perspektiven zu berücksichtigen. Insbesondere bei der Mobilitätswende geht es darum, Kompromisse zu finden. Ein Kompromiss bedeutet aber auch: Alle Beteiligten bekommen nicht das, was sie ursprünglich wollten. Sich dennoch zu einigen und gemeinsam (schnelle) Lösungen zu finden – das ist die alltägliche Herausforderung. Gleichzeitig geht es darum, Projekte und Visionen gemeinsam mit Landkreis und Nachbargemeinden anzugehen, denn egal ob Radverkehr, ÖPNV oder Verkehrsströme: Wir können nur gemeinsam agieren und effektive Lösungen finden.
Was sind Ihre wichtigsten Ziele?
Als Verkehrsdezernent möchte ich entscheidende Impulse für eine Mobilitätswende in Lüneburg setzen – und damit zugleich einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Einzelne Maßnahmen werden intensiv und mitunter kontrovers diskutiert. Mein Ziel ist es, dass mit dem Nachhaltigen Urbanen Mobilitätsplan (NUMP) am Ende des Diskurses in Stadtgesellschaft und in den politischen Gremien ein konsensfähiger Vorschlag steht, den wir als Leitbild für die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte nutzen. Mein Ziel und Wunsch ist es, dass künftig der umweltfreundliche Verkehr in Lüneburg dominiert, dass wir dadurch die Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöhen und am Ende die große Mehrheit der Einwohnenden feststellt: Wir alle profitieren – von weniger Staus, weniger Lärm, weniger Dreck und mehr Umweltschutz. Mir ist klar, dass wir bis dahin noch einen langen Weg vor uns haben. Ich habe Respekt vor dem Diskurs und vor den Fragen, auf die wir Antworten finden müssen, aber ich bin überzeugt, dass sich die Arbeit am Ende auszahlt.
Matthias Rink
Stadtkämmerer und Leiter des Dezernats für Finanzen, innere Verwaltung, Kultur und Sport

Kurzer Werdegang
Matthias Rink wurde 1971 in Bernau geboren und ist Dipl.-Verwaltungswirt. Er verfügt über eine 30-jährige Berufserfahrung in der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung, davon über 20 Jahre in unterschiedlichen Führungsfunktionen. Vor seiner Zeit in der Hansestadt Lüneburg war Rink zuletzt acht Jahre in einem Brandenburger Landkreis zunächst als Dezernent für Soziales und Verkehr, zuletzt als Dezernent für Service, Finanzen und Sicherheit tätig. Vor seiner Tätigkeit als Dezernent war er jahrelang in seiner Heimat gewählter Stadtverordneter und Mitglied des Kreistages. Rink ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.
Die aktuelle Amtszeit von Matthias Rink läuft bis August 2031.
Persönliches
Lieblingsbuch: Walter Isaacson „Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers“
Lieblingszitat/Spruch: „Wer nicht manchmal das Unmögliche wagt, wird das Mögliche nie erreichen.“ (Max von Eyth)
Lieblingsfilm: 72 Stunden – The next three days
Lieblingsverein: FC Bayern München
Was hat Sie nach Lüneburg/ins Rathaus geführt?
Ganz klar: der Kick, mit 52 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen, und der Job als Stadtkämmerer in einer wunderschönen Stadt. Verbunden mit dem Wunsch und der Bereitschaft, bei der Gestaltung eines modernen Dienstleisters für die Stadt Lüneburg verantwortlich mitzuwirken. Mit einem für mich neuen Team und unter sehr spannenden Voraussetzungen.
Außerdem: meine Frau ist gebürtige Niedersächsin aus dem Schaumburger Land. Niedersachsen ist so seit über 30 Jahren meine zweite Heimat. Auch die Lüneburger Heide und der Lüneburger SK waren mir ein Begriff. Das hat die Entscheidung, sich auf die Stelle des Lüneburger Stadtkämmerers zu bewerben, natürlich erleichtert.
Was mögen Sie an der Stadt?
Mir gefällt vor allem die wunderschöne Altstadt – und hier besonders das Wasserviertel. Ansonsten mag ich vor allem die ruhigen und grünen Ecken der Stadt.
Was mögen Sie an Ihrem Job?
Das Besondere an dem Job ist, gemeinsam mit einem Team aktiv auf die Gestaltung der Stadt und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung Einfluss nehmen zu können. Das, was wir in der Verwaltung erarbeiten und umsetzen, sehen wir in unserem direkten Lebensumfeld.
Ich mag es, Ideen einzubringen, weiterzuentwickeln und zur Umsetzung bringen. Dabei gibt es aus meiner Sicht keine Denkverbote – natürlich immer im Rahmen des Erlaubten. Bei all unseren verschiedenen Aufgaben müssen wir manchmal auch das Unmögliche wagen, um das Mögliche für die Hansestadt Lüneburg zu erreichen. Schwierig wird es für mich, wenn ich zu oft den Satz höre: „Das haben wir schon immer so gemacht…“
In einfachen Worten: Was macht Ihr Dezernat? Was sind die Aufgaben Ihres Dezernats?
Mein Dezernat ist zum einen als Querschnittsressort vor allem der hausinterne Dienstleister. Es steuert die Personal- und Finanzangelegenheiten der Stadtverwaltung und sorgt für leistungsfähige IT- und Servicedienstleistungen.
Letztlich sind wir hier eine Art Maschinenraum. Durch die vielfältigen Aufgaben wirken meine Mitarbeitenden und ich in alle anderen Bereiche der Verwaltung hinein. Ohne uns wäre die Arbeit als moderne Verwaltung undenkbar. Wichtig ist eine ganz klare Grundsatzakzeptanz der Arbeit und Entscheidungen der Querschnittsbereiche. Dort wirken wie in allen anderen Fachbereiche Experten, die wissen was sie tun und nach klaren Zielen arbeiten bzw. aus der Leitung heraus gesteuert werden.
Zum anderen bin ich für die Themenfelder Sport und Kultur verantwortlich. Zwei wichtige „weiche“ Bereiche in der Stadtgesellschaft, für die ich als verantwortlicher Dezernent sichtbarere strukturelle und finanzielle Verbesserungen schaffen möchte.
Was sind große Herausforderungen in Ihrem Dezernat?
Eine der größten Herausforderungen – allerdings nicht nur mein Dezernat betreffend – ist sicherlich die Konsolidierung des Haushalts. Das wird eine Mammutaufgabe, u. a. im Hinblick auf die kritische Auseinandersetzung mit bestehenden finanzrechtlichen Vereinbarungen, die nur in guter Abstimmung mit den anderen Dezernent:innen sowie Fachbereichs- und Bereichsleitungen zu bewältigen ist.
Ansonsten geht es im Dezernat immer auch darum, möglichst geräuschlos rechtzeitig und umfassend die notwendigen Strukturen und Ressourcen für eine leistungsstarke Verwaltung sicherzustellen. Sei es beim Personal, beim Geld oder bei der Arbeitsinfrastruktur.
Als Querschnittsressort wirken wir hinter den Kulissen in alle anderen Bereiche der Verwaltung. Dabei gilt es das bisher Gute zu bewahren und gleichzeitig den Mut und die Durchsetzungskraft zu besitzen, auch neue Wege zu gehen. Gerade beim Bereich Sport gilt es mit dabei aktiv zu unterstützen, diesem elementar wichtigen gesellschaftlichen Bereich die notwendige Priorität in der Lösung all seiner Herausforderungen zu verschaffen. Quasi von neuen Kunstrasenplätzen bis zur Realisierung des Sportparks Bilmer Berg.
Was sind Ihre wichtigsten Ziele?
Als Stadtkämmerer und Leiter des Dezernats für Finanzen, innere Verwaltung, Kultur und Sport habe ich für den Teil „Maschinenraum“ der Stadtverwaltung zwei Ziele, die für mich ganz oben stehen: Erstens soll es gelingen, im Miteinander mit Kolleg:innen der Verwaltung sowie Vertreter:innen der Politik den städtischen Haushalt zukunftsfähig zu machen und so die Hansestadt Lüneburg auf ein solides, finanzielles Fundament zu stellen. Zweitens möchte ich natürlich die Leistungsfähigkeit einer modernen Stadtverwaltung dauerhaft steigern und sicherstellen. Beides müssen wir stets im Miteinander denken und entscheiden.
Im Bereich Kultur und Sport möchte ich gemeinsam den Akteuren der Stadtgesellschaft nicht nur das vorhandene Fundament stärken, sondern die jeweiligen priorisierte Sichtbarkeit durch greifbare Ergebnisse steigern.