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    Pressemitteilung vom 19.03.2026

    Wie Lüneburg seinen Stadtwald fit für die Zukunft macht

    HANSESTADT LÜNEBURG. – Lüneburg legt erstmals ein umfassendes Waldbewirtschaftungskonzept für den Stadtwald vor – vorgestellt wurde dies jetzt im Umweltausschuss. Das Waldbewirtschaftungskonzept beschreibt, wie die Hansestadt ihre rund 1.750 Hektar Forstflächen künftig im Spannungsfeld von Klima- und Naturschutz, Erholung und nachhaltiger Holzproduktion entwickeln will. 

    „Der Stadtwald ist Klimaschützer, Lebensraum und wichtiger Erholungsort zugleich – diese Funktionen sichern wir mit einem klaren Konzept langfristig ab“, sagt Lüneburgs Stadtförster Per-Ole Wittenburg. Dabei wird das Waldbewirtschaftungskonzept immer weiterentwickelt und an aktuelle Entwicklungen und Aufgabenstellungen angepasst.

    Stadtforstamt bewirtschaftet rund 1.520 Hektar Waldfläche

    Der Stadtwald Lüneburg umfasst rund 1.520 Hektar Waldfläche auf etwa 40 über das Stadtgebiet verteilten Einzelflächen, von denen 180 Hektar als Nichtwirtschaftswald dem besonderen Natur- und Artenschutz dienen. Eigentümer sind neben der Hansestadt die Stiftungen „Zum Großen Heiligen Geist“ und „St. Nicolaihof“, deren Flächen treuhänderisch von der Hansestadt bewirtschaftet werden. 

    Etwa 40 Prozent der Bestände sind älter als 100 Jahre.

     

    Info

    Fichten im Lüneburger Stadtwald
    Foto: Hansestadt Lüneburg

    Leitlinien für eine naturgemäße Fortwirtschaft

    Bereits seit 49 Jahren bewirtschaftet das Stadtforstamt den Wald nach den Grundsätzen einer naturgemäßen Forstwirtschaft. 

    Das neue Waldbewirtschaftungskonzept formuliert nun Leitlinien für die Bereiche Holzernte, Waldumbau, Naturschutz, Erholungsnutzung, Verkehrssicherung und Klimaschutz. Dazu gehören 

    • der Verzicht auf Kahlschläge,
    • die konsequente Förderung standortgerechter und klimaresilienter Baumarten,
    • die Vorrangstellung der Naturverjüngung
    • sowie der Erhalt von Totholz und Habitatbäumen.

    Der jährliche Holzeinschlag liegt bewusst unter dem Zuwachs, wodurch sich der Holzvorrat stetig erhöht und der Stadtwald als CO₂-Senke weiter gestärkt wird.

    Großen Raum nimmt der Klimaschutz ein: Der Stadtwald speichert insgesamt mehr als 400.000 Tonnen CO₂ und erbringt eine Netto-Klimaschutzleistung von rund 10.300 Tonnen CO₂ pro Jahr. 

    Auch zukünftig soll geerntetes Holz möglichst langlebig verwendet werden – etwa im Bauwesen oder für hochwertige Möbel, damit der gespeicherte Kohlenstoff möglichst dauerhaft gebunden bleibt.

    Pflege von Wegen und Rastplätzen für Besucher:innen

    Als Erholungswald hat der Stadtforst zugleich eine hohe Bedeutung für die Lüneburger:innen: Das Konzept sichert hierfür die Pflege von Wegen, Rastplätzen und Erholungseinrichtungen und regelt, wie Holzeinschläge in einem belebten und besuchten Wald durchgeführt werden können. Zugleich verfolgt das Stadtforstamt Maßnahmen zur Besucherlenkung, um sensible Bereiche – insbesondere Naturschutz- und Wasserschutzgebiete – zu schützen.

    „Mit dem Waldbewirtschaftungskonzept schaffen wir Transparenz und Planungssicherheit – für die Stadt, für den Naturschutz und für alle, die unseren Wald nutzen“, fasst Alexander Matz, Fachbereichsleiter Tiefbau und Grün zusammen. „Es ist ein erster Schritt auf einem Weg, den wir gemeinsam mit allen Beteiligten gehen.“ 

    Die naturgemäße Bewirtschaftung soll auch in Zukunft fortgeführt und weiterentwickelt werden, damit kommende Generationen einen artenreichen, klimastabilen und erlebbaren Stadtwald vorfinden.

    Info

    Auch diese sehr alte Buche steht im Lüneburger Stadtwald.
    Foto: Hansestadt Lüneburg