Meilenstein für die Energiewende in Lüneburgs Fernwärme: Hansestadt, AGL und Avacon Natur unterzeichnen Kooperationsvertrag für Wärme aus Abwasser
HANSESTADT LÜNEBURG. - Das ist ein großer Schritt für den Klimaschutz in Lüneburg: Die Hansestadt hat am Montag, 24. August 2026, gemeinsam mit der Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH (AGL) sowie der Avacon Natur GmbH einen Kooperationsvertrag für den Bau und den Betrieb einer Großwärmepumpenanlage am Lüneburger Klärwerk unterzeichnet. Damit soll künftig effizient die Wärme aus dem Abwasser genutzt werden. Den Vertragsabschluss hatte der Rat der Hansestadt am Donnerstag, 20. August, beschlossen.
„Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Großwärmepumpe ist dabei ein Meilenstein und ein Schlüsselprojekt für Lüneburg. Die Anlage fördert den Klimaschutz in unserer Stadt“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Der Wärmesektor hat mit rund 50 % des Endenergieverbrauchs eine zentrale Bedeutung für die Energiewende. Die Wärmeversorgung erfolgt heute noch überwiegend auf Basis fossiler Energieträger.
Bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs des Netzes erneuerbar gedeckt
Am Klärwerk Lüneburg soll künftig die im gereinigten Abwasser enthaltene Wärme für das Fernwärmenetz Lüneburg Mitte nutzbar gemacht werden. Mit einer geplanten Wärmeleistung von rund zehn Megawatt kann die Großwärmepumpenanlage nach aktuellen Berechnungen künftig bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs des Netzes erneuerbar decken und einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten.
„Die Wärmewende braucht innovative Lösungen, starke Partnerschaften und die intelligente Nutzung vorhandener Ressourcen. Gemeinsam machen wir die im Abwasser enthaltene Wärme für die Menschen vor Ort nutzbar und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren und klimafreundlichen Wärmeversorgung vor Ort in Lüneburg“, fasst Torsten Hausmann, Geschäftsführer der Avacon Natur GmbH, die Bedeutung des Projekts zusammen.
Neue Anlage soll Anfang 2030 in Betrieb gehen
Für die Umsetzung plant Avacon Natur den Bau einer Energiezentrale mit zwei Großwärmepumpen von jeweils 5,2 Megawatt Heizleistung sowie die Anbindung an das bestehende Fernwärmenetz. Die Anlage soll Anfang 2030 in Betrieb gehen und die Nutzung einer bislang ungenutzten lokalen Energiequelle ermöglichen. Dadurch können die Anteile erneuerbarer Energien durch Nutzung von unvermeidbarer Abwärme in der Wärmeerzeugung erhöht sowie CO₂-Emissionen nachhaltig reduziert werden. Rund 34 Millionen Euro investiert die Avacon Natur GmbH in das Vorhaben und damit in die Dekarbonisierung. Im Jahr 2027 soll der Bau der Großwärmepumpe beginnen.
In einer Ergänzungsvereinbarung zum Fernwärme-Gestattungsvertrag zwischen Hansestadt Lüneburg und Avacon Natur aus dem Jahr 2023 hatte Avacon Natur unter anderem erklärt, perspektivisch die Abwasserwärme aus der Kläranlage der AGL zu nutzen, bis 2030 für die Wärmewende Investitionen in Höhe von mindestens 80 Millionen Euro zu tätigen. „Die Nutzung der Abwasserwärme verbindet die Ziele der kommunalen Wärmeplanung mit den Verpflichtungen der Avacon Natur GmbH“, sagt Oberbürgermeisterin Kalisch. „Sie ist ein zentraler Baustein der Transformation hin zu einer sicheren und zukunftsfähigen Wärmeversorgung in Lüneburg.“
Idealer Zeitpunkt aus Sicht der AGL
Auch für die AGL ist der Kooperationsvertrag ein wichtiger Schritt: „Wir haben in den vergangenen Jahren – seit 2024 gemeinsam mit der Avacon Natur GmbH als Projektpartner – exakt auf den heutigen Tag hingearbeitet und freuen uns sehr darüber, jetzt gemeinsam in die Projektumsetzung starten zu können“, sagt Lars Strehse, Geschäftsführer der AGL. „Der Zeitpunkt ist ideal, so dass wir ab jetzt die Modernisierung und Erweiterung unserer Anlagen in Abstimmung mit dem Neubau der Abwasser-Großwärmepumpe optimal für den Zeitraum bis 2035/2039 planen können.“

Über die unterzeichneten Verträge freuen sich (v. l.): Matthias Boxberger (Vorstandsvorsitzender Avacon AG), Torsten Hausmann (Geschäftsführer Avacon Natur GmbH), Dr. Johannes Voges (Leiter Strategie & Unternehmensentwicklung bei der Avacon Natur GmbH), AGL-Geschäftsführer Lars Strehse und Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch.
Foto: Hansestadt Lüneburg
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