Mehr Barrierefreiheit auf Lüneburgs Kopfsteinpflaster – Hansestadt startet Pilotprojekt „Grinding“ am Marktplatz
Hansestadt Lüneburg. – Kopfsteinpflaster prägt das historische Stadtbild Lüneburgs – doch für Radfahrende und mobilitätseingeschränkte Menschen kann die unebene Oberfläche zur Hürde werden.
Ein neues Verfahren namens „Grinding“ soll hier Abhilfe schaffen: Durch das Anschleifen der Steine werden Höhenunterschiede reduziert und die Flächen ebener – ohne dass das Pflaster vorher ausgebaut werden muss. Als Pilotprojekt werden nun ausgewählte Querungsstellen rund um den Marktplatz bearbeitet.
„Mit dem Grinding-Verfahren verbinden wir zwei wichtige Anliegen: den Erhalt unseres historischen Stadtbildes und zugleich mehr Barrierefreiheit verbunden mit mehr Verkehrssicherheit“, sagt Alexander Matz, Fachbereichsleiter für Tiefbau und Grün bei der Hansestadt.
Höhenunterschiede zwischen Steinen werden reduziert
Die Initiative für das Pilotprojekt entstand aus einem gemeinsamen Termin der Stadtverwaltung mit dem Verein Fuß e. V.. Gemeinsam mit dem Baudezernat der Hansestadt Lüneburg wurden die konkreten Querungsstellen festgelegt, an denen das Grinding-Verfahren erstmals zum Einsatz kommen soll.
Hierbei wird ein jeweils zwei Meter breiter Streifen abgeschliffen. Zum Einsatz kommt beim Grinding eine spezielle Schleifmaschine, die nur einen begrenzten Teil der oberen Steinoberfläche abnimmt. Dadurch werden Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Pflastersteinen reduziert, hochstehende Kanten beseitigt und die Oberfläche insgesamt ebener.
Sperrungen am 8. September
Geplant sind die Schleifarbeiten für Dienstag, 8. September. Bereits am Montag wird die Baustelle eingerichtet.
Am Dienstag wird es ab 7 Uhr Sperrungen für den Fahrzeugverkehr in den betroffenen Straßen geben (Waagestraße, An der Münze, Am Markt).
Für den Fuß- und Radverkehr bestehen nur leichte Einschränkungen. Alle Geschäfte und Hauseingänge bleiben erreichbar.
Das Projekt am Marktplatz hat Pilotstatus: Die Hansestadt will hier Erfahrungen mit dem Verfahren und dessen Nutzen im Alltag sammeln. Sollte sich das Grinding-Verfahren bewähren, sind weitere Anwendungen in anderen Bereichen der Innenstadt denkbar.

Thomas Knötsch, Abteilungsleiter Grinding der Firma Feind (l.) und Stefan Hammer, der das Projekt für die Hansestadt begleitet, haben diese Woche bereits die Bereiche markiert, in denen die Arbeiten stattfinden werden.
Foto: Hansestadt Lüneburg
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