Kommunen aus Deutschland und Südafrika lernen gemeinsam aus ihren Nachhaltigkeitsberichten
Frankfurt am Main/Hansestadt Lüneburg. – Wie können Städte und Gemeinden nachhaltiger werden, voneinander lernen und ihre Fortschritte sichtbar machen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines intensiven Austauschs zwischen Kommunen aus Deutschland und Südafrika. Vertreter:innen aus insgesamt 18 Kommunen trafen sich im Juni in Frankfurt am Main zum „In Depth Capacity Building Workshop I“.
Die Hansestadt Lüneburg ist eine der deutschen Kommunen, die an dem Projekt teilnehmen. Im Fokus steht das gemeinsame Lernen – sogenanntes Co-Learning – rund um Nachhaltigkeitsmanagement und die Erstellung von kommunalen Nachhaltigkeitsberichten. Die Hansestadt hat Anfang des Jahres 2026 ihren zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Organisiert wurde der Workshop von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), in Zusammenarbeit mit der South African Local Government Association (SALGA). Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die Praxis zu gewinnen.
Schlüsselrolle der Kommunen
Kommunen spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Ob beim Schutz vor Hitze, beim Ausbau erneuerbarer Energien, in der Gesundheitsversorgung oder bei der Förderung sozialer Teilhabe – die Herausforderungen sind vielfältig. Gleichzeitig sind Städte und Gemeinden weltweit direkt von den Folgen des Klimawandels, wirtschaftlichen Veränderungen und Migration betroffen. Umso wichtiger ist es, dass sie gemeinsam Lösungen entwickeln, die vor Ort wirken und allen Menschen zugutekommen.
Die Teilnehmenden aus den zehn südafrikanischen und acht deutschen Kommunen waren sich einig: Globale Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Der Workshop zeigte, wie wertvoll der internationale Austausch ist. Ideen wurden geteilt, Erfahrungen diskutiert und konkrete Ansätze weiterentwickelt.

Vertreter:innen aus insgesamt 18 Kommunen trafen sich in Frankfurt am Main zum Austausch in Sachen Nachhaltigkeit.
Foto: Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)
Nachhaltige Entwicklung beginnt vor Ort
Grundlage der Zusammenarbeit ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Diese machen deutlich: Nachhaltige Entwicklung beginnt vor Ort. Viele südafrikanische und deutsche Kommunen setzen bereits erfolgreich Nachhaltigkeitsstrategien um und erstellen entsprechende Berichte. Dieses Wissen wurde im Workshop weitergegeben und gemeinsam reflektiert. Im Rahmen des Projektes profitiert Lüneburg insbesondere von den umfangreichen Erfahrungen der südafrikanischen Kommunen bei der Erstellung so genannter Voluntary Local Reviews (VLR). Diese sind ein internationales Format der kommunalen Nachhaltigkeitsberichterstattung, das von Kommunen weltweit bei den Vereinten Nationen eingereicht wird, um den zentralen Beitrag von Städten und Gemeinden bei der lokalen Umsetzung einer Nachhaltigen Entwicklung sichtbar zu machen und die Position der Kommunen zu stärken.
Ein gemeinsames Ziel verbindet alle Beteiligten: Nachhaltigkeitsberichte sollen künftig noch stärker als strategisches Instrument genutzt werden. Sie helfen, Fortschritte messbar zu machen, Wirkungen sichtbar zu gestalten und Transparenz gegenüber der Bevölkerung zu schaffen.
In Fachvorträgen und interaktiven Arbeitsgruppen tauschten sich die Teilnehmenden unter anderem zu Monitoring und Datenerhebung, zur Beteiligung von Verwaltung und Bürgerschaft sowie zur Öffentlichkeitsarbeit aus. Praxisnahe Einblicke lieferten konkrete Beispiele aus den Kommunen – etwa aus der Stadt Aschaffenburg, die ihre lokalen Nachhaltigkeitslösungen vor Ort vorstellte. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge von Expertinnen und Experten aus Deutschland und Südafrika.
Der intensive Austausch hat gezeigt: Der Bedarf an weiterer Zusammenarbeit ist groß. Die nächste Gelegenheit dazu bietet ein Folgetreffen im September 2026 in Durban, Südafrika. Dort sollen die Erkenntnisse vertieft und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Hansestadt Lüneburg
Pressestelle
+49 4131 309-3113
E-Mail senden