Deutlich mehr Meldungen zum Eichenprozessionsspinner in Lüneburg – Keine Entfernung von Nestern im Wald
HANSESTADT LÜNEBURG. – In diesem Jahr verzeichnet die Hansestadt Lüneburg erneut einen deutlichen Anstieg beim Eichenprozessionsspinner (EPS). Bis Mitte Juni sind bereits 62 Meldungen aus dem Stadtgebiet eingegangen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 waren es 42 Meldungen, in den Jahren zuvor lag die Zahl nur zwischen 7 und 12 Fällen. Erfahrungsgemäß gehen Meldungen noch bis in den September ein.
„Nicht jede Meldung führt automatisch zur Entfernung des Nestes“, erklärt Jonas Herzberg aus dem Bereich Grünplanung. Vielmehr finde jeweils eine Priorisierung nach Standort und Gefährdung statt. In städtischen Waldgebieten etwa werden die Nester in der Regel nicht entfernt. Grund dafür sind die große Anzahl betroffener Bäume sowie deren Höhe, die eine flächendeckende Bekämpfung praktisch unmöglich machen.
Die Stadt bittet um Verständnis, dass Meldungen aus Waldgebieten daher in der Regel nicht zu einer Entfernung führen. In stark frequentierten Bereichen im Wald weist die Stadt mit Schildern auf den Befall und mögliche Gefahren hin.
Der Eichenprozessionsspinner unterliegt natürlichen Populationsschwankungen. Witterungsbedingungen wie trockene Frühjahre und günstige Bedingungen für die Falter im Vorjahr können die Entwicklung begünstigen.
Die aktuell hohe Zahl an Meldungen hängt neben den klimatischen Bedingungen auch damit zusammen, dass Menschen für das Thema sensibilisiert sind und mehr Nester gesucht und gemeldet werden.
Bekämpfung im Stadtgebiet
Die Raupen treten vor allem an Stiel- und Traubeneichen auf, können aber auch andere Eichenarten befallen. In seltenen Fällen sind auch andere Baumarten betroffen.
Entfernt werden die Nester an sensiblen Standorten im Stadtgebiet - dazu zählen Bäume an Kitas und Schulen, Straßenbäume sowie Grünanlagen, die viel von Fuß- und Radverkehr genutzt werden.
Die Entfernung erfolgt mechanisch mit Spezialgeräten unter Einsatz von Schutzkleidung. Bei Bedarf kommen Hubsteiger zum Einsatz.
Die Brennhaare der Raupen können beim Menschen und bei Haustieren Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen. Besonders empfindliche Personen sollten insbesondere in der Zeit zwischen Mai und Juli Bereiche mit vielen Eichen meiden.
Meldungen an die Stadt: Nester im Stadtgebiet können im Bereich Grünplanung gemeldet werden unter gruenplanung@stadt.lueneburg.de

Archiv-Foto: Hansestadt Lüneburg
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