Baustellen in Lüneburg – Schritt für Schritt zur einer modernen Infrastruktur
HANSESTADT LÜNEBURG. – In der Hansestadt und im Umfeld wird aktuell an vielen Stellen gebaut. Verkehrswege, Leitungen, Kanäle, Bushaltestellen werden fit für die Zukunft gemacht. Dabei lässt sich nicht immer vermeiden, dass zwingend notwendige Maßnahmen parallel stattfinden. Das gilt umso mehr, wenn verschiedene Akteure bauen müssen.
Drei Baustellen wirken sich dabei besonders auf die Verkehrsführung im Stadtgebiet aus:
- die Maßnahme der Deutschen Bahn an der Bahnbrücke in der Bleckeder Landstraße,
- die Arbeiten von Stadt und AGL in der Dahlenburger Landstraße
- und die gerade begonnene Baustelle mit Vollsperrung in der Soltauer Straße zwischen Heidkamp und Munstermannskamp. Dort erneuert die Stadt die Brücke über dem Bahngleis in Richtung Soltau und die Avacon verstärkt das Stromnetz.
Besonders wichtig: Die Umleitungskonzepte greifen, der Verkehr fließt für die Baustellensituation erwartbar und angemessen.
Baumaßnahmen als Grundlage für die Stadtentwicklung
Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Baustellen in Lüneburg. Ob beim Stromnetzausbau, der Straßensanierung oder dem Bau neuer Wohnungen: „Baumaßnahmen sind eine wichtige Grundlage für städtische Entwicklung“, sagt Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Zugleich bedeutet jede Baustelle vorübergehend Beeinträchtigung. Wenn eine Straße gesperrt ist und ein Umweg oder Stau die Folge sind, dann ist das für Verkehrsteilnehmende anstrengend.
Eine Alternative dazu gibt es nicht: „Diese Bauprojekte sind unverzichtbar und sie zeigen, dass in Lüneburg viel passiert“, so Kalisch. „Sanierungsmaßnahmen sind wichtig, um Lüneburgs Infrastruktur in einem guten und leistungsfähigen Zustand zu erhalten.“
Viele Infrastrukturmaßnahmen und Modernisierungen stehen an
Seit Jahren nimmt die Anzahl an Baumaßnahmen in Lüneburg zu. Verantwortlich für die erhöhte Bautätigkeit sind Infrastrukturmaßnahmen, die auf ganz vielen Ebenen anstehen. Ob Straßenbau, Brückensanierung, der Ausbau von Strom- und Wärmenetzen oder die fortschreitende Digitalisierung mit dem Glasfaserausbau: Es gibt einen Sanierungsstau.
„Hier gilt für Lüneburg, was bundesweit gilt: Vieles ist in die Jahre gekommen und muss jetzt sukzessive erneuert werden“, erklärt Kalisch. Die Hansestadt rechnet daher auch in den kommenden Jahren mit einer erhöhten Bautätigkeit.
Die Modernisierungsprozesse positiv zu begleiten, ist Aufgabe der Hansestadt. Dabei gilt es, die Beeinträchtigungen im Straßenverkehr möglichst gering zu halten und die wachsende Anzahl an Baustellen mit ihren jeweils individuellen Zeitplänen und Unwägbarkeiten bestmöglich zu koordinieren. Klar ist, dass mit Blick auf die Vielzahl der Maßnahmen gleichzeitig stattfindende Baustellen sich nicht vermeiden lassen.
Wer koordiniert die Baustellen?
Im Bereich Baustellen und Genehmigungen laufen mittlerweile jährlich rund 1.400 Anträge zu verkehrsrechtlichen Genehmigungen für Baustellen auf. Für jede Baustelle müssen die Auswirkungen auf das gesamte Verkehrssystem in Lüneburg geprüft werden. Alternative Wege für Rad-, Fuß- und Autoverkehr sind zu schaffen, etwaige Schleichverkehre mitzudenken und Belästigungen für Anwohnende sowie Einschränkungen für Gewerbetreibende möglichst gering zu halten.
Ziel ist es auch, die Belange von Fuß- und Radverkehr in der Baustelleneinrichtung noch besser zu berücksichtigen, damit auch bei nur kurzen Baustellen eine gute Passierbarkeit gegeben ist.
Das alles ist eine echte Herausforderung bei der stetig wachsenden Anzahl an Baustellen im Stadtgebiet. Mitgedacht werden müssen zudem die vielen Baumaßnahmen im Landkreis und auf Landes- und Bundesstraßen. Diese werden jeweils an anderer Stelle geplant und genehmigt, haben aber ebenfalls erheblichen Einfluss auf den Verkehrsfluss in der Hansestadt.
Daher sind die Fachbereiche Tiefbau, Ordnung und Mobilität im regelmäßigen Austausch mit dem Landkreis, der Landesbehörde für Straßenbau sowie mit örtlichen Auftraggebern wie der Avacon, um größere Baumaßnahmen möglichst im Vorfeld miteinander abzustimmen.
Warum ist die Koordination komplex?
Viele Faktoren machen die Koordination von Baustellen und die dazugehörigen verkehrlichen Planungen komplex:
- Es gilt, diverse Akteure in und außerhalb Lüneburgs mit jeweils eigenen Vorstellungen und Zeitplanungen zusammenzubringen.
- Oftmals überschneiden sich Zeiträume, da Ferienzeiten bevorzugt werden oder weil Ausschreibungen erst in der zweiten Jahreshälfte nach der Haushaltsgenehmigung starten.
- Hinzu kommen der Personalmangel und andere Erschwernisse in der Baubranche, diese machen Betriebe weniger flexibel in ihrer Zeitplanung.
- Ob die Bauzeit eingehalten werden kann, hängt außerdem von Faktoren ab, die nicht zu beeinflussen sind, darunter vom Wetter sowie von Komplikationen, die beim Bauen auftreten können.
- Hinzu kommt immer das Risiko unvorhersehbarer Ereignisse oder Unfälle, etwa Wasserrohrbrüche oder Versackungen, die eine kurzfristige Baumaßnahme erfordern und bestehende Planungen durchkreuzen können.
Im Ergebnis bedeutet das: Allen Beteiligten wird ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt. Für Einwohnende sind die Hintergründe oft nicht sichtbar und das Verständnis für Verzögerungen ist dementsprechend gering.
Was wird gebaut und warum?
Digitalisierung
Allgegenwärtig in Lüneburg sind derzeit die vielen kleinen Baumaßnahmen an Geh- und Radwegen. Dabei handelt es sich meist um die Verlegung von Glasfaserkabeln. Der Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen hat meistens nur räumlich und zeitlich begrenzte Auswirkungen auf den Verkehrsraum.
Energiewende
Ziel ist es, für Strom und Wärme auf Wind, Sonne und andere erneuerbare Energieträger zu setzen und den neuen Anforderungen anzupassen. Das erfordert nicht nur den Bau von Photovoltaik-Anlagen und Windkraftanlagen, sondern auch den Ausbau der Energienetze, um den dezentral erzeugten Strom aufzunehmen und zu verteilen.
„Der Ausbaubedarf der Stromnetze ist mit Blick auf die absehbaren Leistungszuwächse erheblich“, sagt Hendrik Paul, Leiter des kommunalen Projektmanagements bei Avacon in Lüneburg. Die Zahl der Wärmepumpen werde durch die Wärmewende rapide zunehmen, ebenso die Zahl der Wallboxen und Ladesäulen für Elektroautos. Ziel der Avacon seien daher ein Netzausbau sowie die Digitalisierung von Stromnetzen.
„In vielen Fällen konzentriert sich der Netzausbaubedarf punktuell auf Ortsnetzstationen und die darin verbauten Transformatoren“, sagt Paul. Doch angesichts der Größe der Transformation komme das Energienetz trotz Digitalisierung nicht um vermehrte Baumaßnahmen an Stromkabeln im öffentlichen Raum herum.
Zugleich setzt die Avacon den Ausbau der Fernwärme fort. Aufgrund der Größe der Leitungen ist hier für die Verlegung meist ein erheblicher Eingriff in den Verkehrsraum notwendig.
Mobilitätswende
Straßen, (Bahn-)Brücken, Gehwege, Radwege und Schienennetze werden saniert, ausgebaut und zukunftsorientiert umgebaut. Das reicht von der kurzlebigen Schlaglochsanierung bis zum umfassenden Umbau von Kreuzungen oder Knotenpunkten.
Akteure sind hier neben der Hansestadt als Auftraggeberin der Landkreis Lüneburg und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie der Bund und die Deutsche Bahn. Aufwändige Baumaßnahmen auf Landes- und Bundesstraßen sowie in angrenzenden Gemeinden haben ebenfalls Einfluss auf den innerstädtischen Verkehr.
Wohnungsbau
Wohnraum wird dringend gebraucht in der Hansestadt. Neben der Nachverdichtung im Bestand spielen hier die Erschließung von Neubaugebieten wie „Am Wienebütteler Weg“ eine Rolle. Bauträger sind Wohnungsbaugesellschaften sowie die private Bauwirtschaft.
Sonstiges
Regelmäßige Unterhaltungen und Sanierungen sind auch in vielen anderen Bereichen notwendig, darunter etwa im Bereich Grünplanung oder bei der Inspektion und Sanierung des städtischen Abwassersystems durch die AGL.
Wo kann ich mich über Baustellen informieren?
Die Hansestadt informiert regelmäßig über die Baustellen in der Stadt per Presseinformationen, auf der eigenen Website, auf den städtischen Kanälen bei Facebook und Instagram sowie seit diesem Jahr auch in einem eigenen WhatsApp-Kanal .
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