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    Gast-Post

    Im Newsletter der Hansestadt kommen Lüneburger Persönlichkeiten zu Wort 

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    Die 18-jährige gebürtige Lüneburgerin Mia-Sophie Behrens ist „Retterin“ aus Leidenschaft – und das seit zwölf Jahren.
    Foto: Feuerwehr Lüneburg

    11/25: Ehrenamtliche Feuerwehrfrau Mia-Sophie Behrens 

    Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement. Die 18-jährige gebürtige Lüneburgerin Mia-Sophie Behrens ist „Retterin aus Leidenschaft" – und das seit zwölf Jahren.

    Derzeit absolviert sie bei der Hansestadt eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten.

    Wir haben ihr fünf Fragen zu ihrem Ehrenamt gestellt:

    Wie bist du zur Feuerwehr gekommen?

    Durch meinen Papa, der seit seiner Jugend bei der Feuerwehr ist. Ich hab damals bei der Kinderfeuerwehr angefangen. Danach bin ich mit zehn in die Jugendfeuerwehr gewechselt und mit 17 war mir ziemlich klar – ich möchte in den aktiven Dienst der Feuerwehr, nach der Jugendfeuerwehr kann der Weg noch nicht vorbei sein!

    Gab es bislang etwas, was dir besonders in Erinnerung geblieben ist oder dich beeindruckt hat?

    Das gibt es durchaus, auch wenn sich meine Einsatz-Erfahrung gerade einmal in etwas mehr als einem Jahr messen lässt. Aber in diesem hab ich festgestellt, wie wichtig es ist, dass alle Handgriffe Hand in Hand verlaufen, wie schnell alles geht und das Gefühl, wenn man weiß, dass das, was man geleistet hat, dazu beigetragen hat, etwas Gutes zu vollbringen. Wie gut man mit seinen Kameraden im Einsatz funktioniert und dass zusammen so viel machbar ist.

    Wie ist es, als junge Frau bei der Feuerwehr zu sein?

    Es ist schön, auch anderen jungen Frauen zeigen zu können, dass Feuerwehr eben kein Männerding ist, sondern Teamwork – da gehören wir Frauen eben dazu. Denn im Einsatz zählt nur, dass du dich aufeinander verlassen kannst. Klar bekommt man ab und an mal skeptische Blicke, gerade wenn man irgendwo neu dazukommt und erzählt, dass man in der Feuerwehr ist. Meist bekommt man dann zu hören, man sehe nicht aus wie eine Feuerwehrfrau, aber sind wir mal ehrlich: Wie sieht denn eine Feuerwehrfrau aus? Das kann man gar nicht spezifizieren! Wir Frauen können unseren Mut, Teamgeist und das Wissen genauso zeigen und auch aneignen, wie die männlichen Kameraden.

    Was ist Feuerwehr für dich?

    Feuerwehr bedeutet für mich mehr, als einfach nur zu lernen, wie man Brände richtig löscht und auf was es in einem Einsatz ankommt. Feuerwehr ist eine Art Familie, die auch in brenzligen Situationen zusammenhält. Wir lernen und wachsen zusammen, stellen uns Situationen, in denen der Verstand normalerweise sagen würde: „Du musst hier weg.“ Feuerwehr ist ein „Wir“ und nie ein „Ich“, denn nur zusammen können wir die Dinge schaffen, die wir im Einsatz oder bei Diensten meistern müssen!

    Was würdest Du an der Feuerwehr interessierten Leuten mit auf den Weg geben?

    Feuerwehr ist mehr als alte Klischees, es ist eines der Hobbys, die schnell zur Leidenschaft werden und mit denen man ein Stück weit die Welt verändern kann. Wir helfen Menschen in Notlagen - und diese Dankbarkeit zu sehen/hören ist unbeschreiblich. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es wirklich was für euch ist, schaut euch die Feuerwehr bei euch um die Ecke doch einfach mal an. Wer weiß, vielleicht gefällt es euch ja.

    10/25: Stadtführer Klaus Niclas

    „Der Sommer neigt sich dem Ende zu und die Heideblüte als einer der großen Höhepunkte ist geschafft. Bei den Rundgängen versuchen wir Stadtführer in bester Absicht, unseren Gästen die schönsten Blickwinkel der Stadt zu präsentieren. Sollten wir den Lüneburgerinnen und Lüneburgern dabei auch mal im Weg gestanden haben, war das natürlich keine Absicht. 

    Wir bemühen uns um größtmögliche Geschmeidigkeit und danken sehr für das Verständnis, das uns meist entgegengebracht wird. 

    Unsere Gäste sind ein Quell der Freude, hier einige Beispiele:

    Der Herrenausstatter 

    Neulich der gutgelaunte Kegelclub aus NRW. Ich biege von den Brodbänken Richtung Koltmannstraße ein und verliere meine Gäste am Schaufenster eines bekannten Eisenwarengeschäftes. Im seitlichen Fenster sieht man oft größeres Werkzeug, vieles mit Strom oder scharfen Klingen. Meine Jungs blicken sehnsüchtig in die Auslagen, und einer meint ganz versonnen: „Endlich mal ein vernünftiger Herrenausstatter!“

    Waren Sie schon mal in Rom? 

    Unsere Gäste werden internationaler. US-Amerikaner kann man Am Sande mit dem Backhaus von 1493 wirklich beeindrucken. Klappt aber nicht bei allen. Die italienische Reisegruppe fragte nach meinem Loblied auf die Lüneburger Historie: „Schön, aber waren Sie schon mal in Rom?“ Da konnte ich mein Backhaus von 1493 wieder einpacken, und wir haben etwas anderes entdeckt. 

    Können Sie das mal dem Präsidenten erzählen? 

    In der großen Ratsstube unseres wunderschönen Lüneburger Rathauses wird in großartigen Kunstwerken vom Primat der Politik vor der Gewalt und von der notwendigen Demut bei der Ausübung von Macht erzählt. Gar nicht so selten kommen Gäste im Anschluss der Führung auf einen zu und meinen, „können sie das nicht mal dem Präsidenten erzählen? Meist wird nicht gesagt, welchem. Aber einer von den beiden ist auf jeden Fall gemeint. 

    Betreutes Trinken 

    Unsere Gäste werden individueller. Einzelreisende oder Paare sind zunehmend unser Klientel, das mehr Zeit mitbringt und Lüneburg als Einkaufsstadt sehr schätzt. Nach den gelben Leitern werden wir oft gefragt, und den Gästen gefällt nicht nur die Vielfalt an Geschäften, sondern auch der Gemeinsinn in schwierigen Zeiten, der damit verkörpert wird. Am Berge zwischen dem Duft der Kaffeerösterei und der Wurst einer Fleischerei, von Leitern umgeben, fragt ein Gast, „welche gelben Leitern?“ Seine Frau schaut völlig konsterniert und meint, „ich hätte Dich doch in der Kneipengasse (Stintmarkt) abgeben sollen. Da war so ein Angebot.“  

    Nun heißt es kurz durchschnaufen, und dann wartet die Vorweihnachtszeit mit neuen Abenteuern auf uns. Bleiben Sie uns gewogen." 

    Info

    Stadtführer Klaus Niclas (63) ist seit fast 20 Jahren als selbständiger Gästeführer in und um Lüneburg tätig.
    Foto: Lüneburg Marketing GmbH

    Info

    Vom 26. bis zum 28. September 2025 fanden die Sülfmeistertage in Lüneburg statt und mit ihnen endete die zweijährige Amtszeit von Sülfmeister Manu I. 
    Foto: Lüneburg Marketing GmbH

    09/25: Sülfmeister Manu I.

    Vom 26. bis zum 28. September 2025 fanden die Sülfmeistertage statt und mit ihnen endete die zweijährige Amtszeit von Sülfmeister Manu I. Hier zieht er eine kleine, sehr persönliche Bilanz seiner „Regentschaft“. 

    „Völlig surreal fühlte es sich an, mit dem großartigen Salü-Team im Oktober 2023 auf der Bühne der Sülfmeistertage zu stehen und den Sieger-Pokal in die Luft zu stemmen. Es folgten für mich, den neuen Sülfmeister, zwei unglaubliche Jahre. 

    Mir war es eine große Ehre, Ihr und Euer Sülfmeister sein zu dürfen! Dafür danke ich allen, die das möglich gemacht haben. Meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin wünsche ich von Herzen eine ebenso prägende und bewegende Zeit. Mein Rat: Jede Sekunde genießen."

    Dies waren die fünf schönsten unter vielen unvergesslichen Momenten:

    Der große Sieg

    „Nach hauchdünnen Siegen und fast verlorenen Spielen gab es ein dramatisches Finale gegen das Panasonic-Team. Mit letzter Kraft und etwas Glück haben wir gewonnen – unvergessliche Momente des Jubels. Die Siegerehrung und das Verbrennen des Fasses unter dem Jubel des Publikums waren unbeschreiblich emotional."

    Die erste Einladung 

    „Lampenfieber kenne ich als erfahrener DJ und Moderator eigentlich nicht. Aber eine Woche nach dem Sieg auf dem Marktplatz durfte ich als Sülfmeister zur Weinlese nach Hitzacker und bei den legendären „Weinzwergen“ unsere Stadt repräsentieren. Am Abend wurde das Lüneburg-Lied gesungen. Mehr geht nicht."

    Der Sülfmeister liest 

    „Von Beginn an war meine Idee, mit diesem Amt auch etwas für eine gute Sache zu tun. Bereits vor meiner Wahl war ich ehrenamtlich in der Bücherei Kaltenmoor aktiv. Das habe ich als Sülfmeister forciert und bin in Kindergärten, Pflegeheimen und anderen Einrichtungen aufgetreten. Mit dem tollen Buch von Corinna Morenz „Familie Lünemaus – Mausverrückte Stadtgeschichte“ ging es im März 2024 los. Die Reaktionen waren wirklich herzerwärmend, das Leuchten in den Kinderaugen der schönste Applaus."

    Die kleinen Fans 

    „Bei einer Busfahrt in die Stadt sprach mich ein kleiner Junge an mit den Worten: „Bist du nicht der Sülfmeister?“ Ich bejahte und hatte zufällig noch eine Autogrammkarte im Rucksack, die ich ihm natürlich schenkte. Seitdem grüßt der kleine Mann mich jedes Mal ganz aufgeregt. Und so geschah es in den zwei Jahren sehr oft. Es begleitete mich ein freundliches Hallo Sülfmeister." 

    Liebe und Dankbarkeit 

    „Kurz nach meiner Inthronisierung wurde aus dem Sülfmeister wieder der Manuel: Im Dezember haben meine Frau Steffi und ich im Heine-Haus geheiratet, beglückwünscht von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch persönlich."