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    Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt!“

    Landesfördermittel, um den Folgen der Pandemie zu begegnen

    Mit 117 Million Euro unterstützt das Land Niedersachsen 207 Städte und Gemeinden bei der Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie. Eine davon ist die Hansestadt Lüneburg, die in diesem Rahmen zehn Maßnahmen durchführt, um die Innenstadt zu beleben und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. 

    Möglich wird dies durch die EU-Aufbauhilfe REACT EU (Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe) im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), aus welchem die Mittel stammen. Das Fördermittelprogramm wird als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie finanziert.

    Die Maßnahmen und Hintergründe zum Fördermittelprogramm werden hier detailliert vorgestellt.

    „Perspektive Innenstadt!“ In Lüneburg

    Zwölf Projekte für eine lebendige und lebenswerte Innenstadt

    Der Hansestadt Lüneburg stehen im Rahmen dieses Programms Fördermittel in Höhe von insgesamt 1,9 Millionen Euro aus diesem Programm zur Verfügung. Mit Eigenanteilen in Höhe von rund 250.000 Euro ergibt sich ein Gesamtvolumen von 2,15 Millionen Euro, das der Lüneburger Innenstadt zu Gute kommt. Bis Anfang 2023 werden zwölf Projekte umgesetzt. Sie alle haben das Ziel, die Lüneburger Innenstadt auf die Situation vor Ort zugeschnittenen Konzepten zukunftssicher aufzustellen.

    Innenstadtmanagement und Konzepte gegen Leerstand

    Innenstadtmanagement zur Initiierung von Entwicklungen in Lüneburg

    Zum 1. September 2021 wurde die Stabsstelle 01S Strategische Innenstadtentwicklung und dezernatsübergreifende Fördermittelprogramme neu geschaffen, um dort diese Themen zu bündeln und den Herausforderungen des zukünftigen Innenstadtmanagements gerecht zu werden. Die bisherige Stabsstelle ist im Frühsommer 2022 in die neue Stabsstelle 01N Nachhaltige Stadtentwicklung aufgegangen.

    In diesem Zusammenhang geht es um die Förderung anteiliger Personalkosten, die unter anderem für die Bearbeitung, Planung, Organisation und Durchführung von Projekten zur Stärkung, Belebung und Weiterentwicklung der Lüneburger Innenstadt entstanden sind und entstehen werden.

    • Geplante Kosten: 65.918,09 Euro
    • Bewilligte Förderung: 59.326,28 Euro
    • Förderquote: 90 Prozent
    • Laufzeit: 1. September 2021 bis 31. März 2023
    Strategiekonzept für das EFRE-Programm „Resiliente Innenstädte“

    Mit Unterstützung eines externen Dienstleisters wurde ein Strategiekonzept für die Lüneburger Innenstadt erarbeitet. Diese Strategie stellt ein Handlungskonzept für diesen Fokusraum in den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Soziales, Ökonomie, Ökologie) dar und soll einen ganzheitlichen Ansatz zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Stadt verfolgen. Dabei konnte auf den in 2020/21 erfolgten Leitbildprozess der Hansestadt aufgebaut werden. Das Strategiekonzept diente als Grundlage für die erfolgreiche Bewerbung auf das EFRE-Programm "Resiliente Innenstadt" im Förderzeitraum 2021 bis 2027.

    Im Rahmen der Erarbeitung wurden die relevanten Partner:innen und Akteur:innen mit Innenstadtbezug eingebunden und in einem Abstimmungsprozess beteiligt. Außerdem haben mehr als 1.000 Lüneburger:innen die Möglichkeit genutzt, ihre Meinung in einer Online-Umfrage abzugeben.

    Für die Erarbeitung der Strategie innerhalb des kurzen Zeitraums war die Hansestadt auf die Unterstützung durch einen externen Dienstleister angewiesen. Die Beratung und Durchführung eines Abstimmungs- und Beteiligungsprozesses durch einen Dienstleister stellt eine förderfähige Maßnahme der "Perspektive Innenstadt!" dar, da sie dazu dient, einen strategischen Ansatz für eine längerfristige Förderung und Entwicklung der Innenstadt vorzubereiten.

    • Kosten: 31.868,20 Euro
    • Bewilligte Förderung: 28.681,38 Euro
    • Förderquote: 90 Prozent
    • Umsetzung: 1. November 2021 bis 21. April 2022
    Pop-up-Store Hansestadt Lüneburg 1.0 – Am Berge 33

    Um dem Leerstand von Gewerbeimmobilien in der Innenstadt entgegenzuwirken, hat die Hansestadt Lüneburg mit ihren Projektpartnern Lüneburg Marketing GmbH (LMG) und Wirtschaftsförderungs-GmbH für Stadt und Landkreis Lüneburg (WLG) zwei Wettbewerbe für innovative Einzelhandelskonzepte gestartet. So werden Ladenflächen für ein Jahr angemietet und zur Nutzung durch jeweils einen „Pop-up-Store“ miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung gestellt. Durch die Wettbewerbe sollen Menschen mit neuen Ideen und Mut gefördert sowie ein niederschwelliger Start in das eigene Ladengeschäft in der Innenstadt ermöglicht werden. In diesem Fall geht es um die rund 175 Quadratmetern große Verkaufsfläche Am Berge 33 in Lüneburg. Der Gewinn inkludiert:

    • die mietzins- und nebenkostenfreie Nutzung der Ladenfläche für ein Jahr und
    • einen Zuschuss für Ladenausbau/Geschäftsausstattung von 2.500 Euro.

    Die/der Gewinner:in trägt lediglich die Stromkosten sowie die Kosten für die obligatorische Haftpflicht-, Inventar- und Glasbruchversicherung. Unter der Mietzinsfreiheit wird hierbei eine subventionierte Miete, die sich auf 1 Euro beläuft, verstanden.

    Die Auswahl des Gewinnerkonzeptes fand nach Ablauf des Teilnahmezeitraums unter den fristgemäß eingegangenen Bewerbungen durch eine Jury statt. Anschließend wird für ein Jahr ein Nutzungsvertrag mit der/dem Gewinner:in geschlossen. Die Entwicklung der prämierten Gründungsidee wird von der WLG im Nachgang begleitet und ihr Effekt in Hinblick beispielsweise auf die Unternehmensentwicklung dokumentiert.

    • Gesamtkosten: 57.481 Euro
    • Förderfähige Kosten: 54.980 Euro
    • Beantragte Förderung: 49.482 Euro
    • Beantragte Förderung: 90 Prozent
    • Umsetzung: 14. August 2021 bis 30. September 2022
    Pop-up-Store Hansestadt Lüneburg 2.0 – Grapengießerstraße 47

    Analog zum dem Projekt „Pop-up-Store Hansestadt Lüneburg 1.0 – Am Berge 33“ wurde der Wettbewerbe für innovative Einzelhandelskonzepte erneut aufgelegt. In dieser zweiten Runde geht es um die rund 65 Quadratmeter große Verkaufsfläche Grapengießerstraße 47 in Lüneburg.

    • Geplante Gesamtkosten: 59.335 Euro
    • Geplante förderfähige Kosten: 56.834 Euro
    • Beantragte Förderung: 51.150,60 Euro
    • Beantragte Förderquote: 90 Prozent
    • Umsetzung: 13. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2022

    Kultur, Freizeit und Tourismus

    Glockenhaus: Reaktivierung einer städtischen Immobilie in Lüneburg

    Als großer Backsteinbau prägt das historische Glockenhaus (Baujahr 1482/83) den Glockenhof. Das Gebäude hat schon diversen Nutzungen Raum geboten: Zu historischen Zeiten diente das Zeughaus zur Aufbewahrung von Waffen und Kriegsgeräten. Später wurde das Gebäude auch als Korn- und Mehlspeicher genutzt. In den 80er Jahren war es ein Verwaltungsgebäude und beinhaltete u.a. die Melde -und Ausländerbehörde.

    Seit einer Schadstoffuntersuchung ist das Gebäude für den dauerhaften Betrieb aus der Nutzung genommen. Dennoch wurde das Gebäude für temporäre Anlässe wie Lesungen und Ausstellungen genutzt. Durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Veranstaltungs- und Kulturszene stand das Gebäude über lange Zeiträume leer. Zur Revitalisierung ist geplant, den vorhandenen Tresenbereich umzugestalten, die Beleuchtung im Veranstaltungsraum zu optimieren und eine große zusammenhängende Projektionsfläche im Innenbereich anzubieten. Dadurch soll das Gebäude wieder an Bedeutung als Kultur- und Bürgerhaus gewinnen und für Veranstalter:innen gleichwohl wie für die Besucher:innen einen attraktiven und im Herzen der Innenstadt gelegenen Begegnungsraum schaffen. Zusätzlich wird der Hof aufgewertet, an dem das Gebäude seinen Standort hat. Durch eine Außenbühne, Bepflanzung und bedarfsgerechter Beleuchtung wird eine Verbindung zu der umliegenden Bebauung gestaltet.

    • Geplante Kosten: 115.000 Euro
    • Bewilligte Förderung: 103.500 Euro
    • Beantragte Förderquote: 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: bis 31. März 2023
    Umgestaltung des Glockenhofs in Lüneburg 

    Für Erholungs- und Kultursuchende soll ein grüner und barrierefreier Aufenthaltsort direkt im Zentrum geschaffen werden. Durch den Bau einer Rampenanlage wird die Barrierefreiheit für die Zuwegung aus der bzw. in die Große Bäckerstraße sichergestellt. Die Aufenthaltsattraktivität wird durch die Neugestaltung des Platzes mit einer Freilichtbühne, der Einrichtung eines Beleuchtungskonzeptes, der Installation eines Wasserspiels und neuem Stadtmobiliar mit Pflanzpodesten erreicht. Im Zuge der Reaktivierung des Glockenhaues wird der Glockenhof ebenfalls für kulturelle Zwecke genutzt werden. 

    • Geplante Kosten: 634.453,17 Euro
    • Beantragte Förderung: 571.007,85 Euro
    • Beantragte Förderquote: 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: bis 31. März 2023
    Anschaffung von neuem Stadtmobiliar für die Lüneburger Innenstadt

    In einigen Straßen der Innenstadt sollen neue Bänke und Mülleimer aufgestellt werden, um den Aufenthalt in den Fußgängerzonen und deren Randbereichen zu verbessern. Die bewährten Bank- und Abfallbehälter werden um sogenannte Seniorenbänke ergänzt, die das Aufstehen deutlich erleichtern. Die Innenstadt soll damit für diese Bevölkerungsgruppe zugänglicher werden. Daneben ist außerdem die Beschaffung von farbigem Stadtmobiliar für bisher kaum genutzte Flächen in der Innenstadt geplant. Dazu gehört die Aufstellung von Liegen auf dem St. Lambertiplatz und an der Kaimauer an der Reichenbachbrücke.

    Bei dem St. Lambertiplatz handelt es sich beispielsweise um eine größere Grünfläche mit altem Baumbestand, die trotz idealer Lage bisher kaum als Erholungsraum genutzt werden kann. Durch die Installation von ansprechenden Liegen soll dieser Raum wiederbelebt und nutzbar gemacht werden. Außerdem sollen farbige Rundbänke am Schrangenplatz und Tisch-Bank-Kombinationen am Rathausmarkt neben dem Amtsgericht aufgestellt werden. Hier fehlt es bisher ebenfalls an attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten. Durch das neue Stadtmobiliar sollen diese bisher kaum genutzten Plätze in der Innenstadt an Aufenthaltsqualität gewinnen und zum Verweilen einladen. Insgesamt wird so das Angebot an Aufenthaltsmöglichkeiten durch besondere und seniorengechte Sitzgelegenheiten und an attraktiver Stelle ergänzt. Weiterhin wird die Anzahl der zur Verfügung stehenden Abfallbehälter im Innenstadtbereich deutlich erhöht. Besonderes Augenmerk liegt bei der Beschaffung des Stadtmobiliars auf dem Nachhaltigkeitsaspekt. 

    • Geplante Kosten: 77.254,21 Euro
    • Bewilligte Förderung: 69.528,78 Euro
    • Förderquote: 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: bis 31. Oktober 2022
    Neubau einer öffentlichen selbstreinigenden Toilette am Reichenbachplatz

    In der verkehrsberuhigten Innenstadt Lüneburgs befinden sich zahlreiche sehenswerte Gebäude verschiedener historischer Stilepochen sowie attraktive Einkaufsstraßen und gemütliche Plätze an der Ilmenau oder den Stadtkirchen, um für einen Kaffeeplausch zu verweilen.

    Doch für einen Aufenthalt in der Stadt wird auch eine entsprechende Infrastruktur benötigt. In der jüngsten Vergangenheit wurden dazu viele Sitzmöglichkeiten und zusätzliches Stadtgrün geschaffen. Des Weiteren soll für Lüneburger Besucher:innen eine öffentliche Toilettenanlage in Form eines uni-sex-WCs am Reichenbachplatz entstehen. Barrierefrei, selbstreinigend und zentral gelegen sind die wesentlichen Attribute. Der Reichenbachplatz bietet die optimale Fläche und er wird zudem in Kürze  als Bestandteil des Grünbandes Innenstadt umgestaltet.

    Damit erhöht sich zum einen die Aufenthaltsqualität dieses innenstadtnahen Platzes und zum anderen wird Besucher:innen die notwendige Infrastruktur für ihren Aufenthalt in der Innenstadt zur Verfügung gestellt. Der Platz mit einem historischen Brunnen ist gelegen am nördlichen Rand der Innenstadt vis à vis zum Bürgeramt, zwischen einem Parkhaus und (Reise-)Bushaltestellen sowie dem Marktplatz.

    Insbesondere an den Markt- und Einkaufstagen ist die Besucher:innenfrequenz hoch. Eine vom Angebot der Gastronomie unabhängige sanitäre Infrastruktur ist dann notwendig, um weiterhin eine attraktive Besucher:innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität zu bleiben. 

    • Geplante Kosten: 230.100 Euro
    • Beantragte Förderung: 207.090 Euro
    • Beantragte Förderquote 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: Bis 31. März 2023

    Natur- und Klimaschutz, Verkehr und Logistik

    Ein besonders umfangreiches Projekt ist die Umgestaltung des Clamart-Parks sowie der angrenzenden Haagestraße. Wesentliche Bestandteile des Gesamtvorhabens sind die Entsiegelung von bisher versiegelten Flächen, die Umgestaltung von Begrünungs- und Bepflanzungsflächen, die klimaorientierte bzw. tiergerechte Erneuerung der Beleuchtungsanlagen sowie die Anpassung und Verbesserung der Verbindungen und Wege im Bereich des Clamart-Parks. Außerdem soll die anliegende Haagestraße zur Fahrradstraße transformiert werden, wodurch eine attraktive Fahrradroute geschaffen, die Parkraumsituation funktional gestaltet und die Verkehrssicherheit und erhöht werden sollen.

    Dieses Gesamtprojekt ist aus förderrechtlicher Sicht in folgende Teilprojekte aufzuteilen:

    Entsiegelung / Schaffung von Erholungsflächen im Bereich Clamart-Park

    In diesem Teilprojekt stehen verschiedene Maßnahmen zur Entsiegelung der Flächen im Beriech Clamart-Park/Haagestraße im Vordergrund: Der bituminöse Wendeplatz in der Haagestraße soll durch eine Änderung der Verkehrsführung entsiegelt werden. Gleiches gilt auch für den teilversiegelten Vorplatz, welcher bewachsenen und bepflanzten Sickermulden weichen soll. Weiterhin ist geplant, vorhandene PKW-Parkplätze in der Haagestraße von Quer- in Längsaufstellung umzuwandeln. Zudem sollen Teile der Wegebefestigung zurück- oder umgebaut werden. Außerdem ist die Entkopplung der westlichen Dachflächen des angrenzenden Schulgebäudes und der Fassadenvorplätze von der Regenwasserkanalisation geplant.

    Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität der damit geschaffenen Erholungsfläche ist die Anpassung, Ergänzung und teilweise Erneuerung des vorhandenen Stadtmobiliars und der Fahrradabstellanlagen, sowie die Öffnung dunkler und verkommener Pflanzecken vorgesehen. 

    • Geplante Kosten: 237.211,72 Euro
    • Beantragte Förderung: 213,490,72 Euro
    • Beantragte Förderquote 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: Bis 31. März 2023
    Erneuerung der Beleuchtungsanlagen und Anlage von Pflanzflächen in der Lüneburger Innenstadt 

    Eine wesentliche Maßnahme in diesem Teilprojekt ist die Erneuerung der vorhandenen Beleuchtungsanlage in der Haagestraße, der Parkanlage und im Bereich des Schulgebäudes. Dies geschieht mit der Zielsetzung einer bedarfsgerechten, energiesparenden, sowie fledermaus- und insektenschonenden Beleuchtung. Weiterhin sollen insekten- und vogelfreundliche standortgerechte Stauden- und Pflanzflächen und Kräuterrasenflächen in einigen Bereichen angelegt werden. Dies dient der Erhöhung der Grundwasserneubildungsrate und der Verdunstungsraten (des „Abkühlungspotentials“) in Warmperioden. 

    • Geplante Kosten: 101.662,17 Euro
    • Beantragte Förderung: 91.495,95 Euro
    • Beantragte Förderquote 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: Bis 31. März 2023
     Umgestaltung der Haagestraße und des Wegenetzes im Clamart-Park

    Im Zuge der Transformierung zur Fahrradstraße als Fortführung bereits vorhandener Trassenteilbereiche im Rahmen der vorhandenen Gesamtkonzeption der Hansestadt Lüneburg und der Änderung der Verkehrsführung zu einer Einbahnstraßenregelung für den Motor-Inidividual-Verkehr (MIV) sollen in der Haagestraße sowie den Einmündungsbereichen zu Roten Straße und Kalandstraße bauliche Umgestaltungen und Oberflächenerneuerungen vorgenommen werden. Diese gehen mit einer Anpassung der Beschilderung und Leiteinrichtung einher. Weiterhin sind bauliche Umgestaltungen des vorhandenen Parkplatzes vor dem Schulgebäude mit Wiederherstellungsbezug zum historischen Erscheinungsbild und eine Optimierung des Fußwegenetzes im Clamart-Park mit klarer Differenzierung der Haupt- und Nebenwege geplant. 

    • Geplante Kosten: 338.873,89 Euro
    • Beantragte Förderung: 304.986,50 Euro
    • Beantragte Förderquote 90 Prozent
    • Geplante Umsetzung: Bis 31. März 2023
    Installation einer Radfrequenzmessung an zwei Hauptverkehrsknotenpunkten

    Mit Hilfe einer optischen Erkennung der Radfahrenden sollen an den sogenannten Scharff- und Scholzekreuzungen die Radverkehrsströme aus möglichst allen Richtungen erfasst werden. Diese Zählungen sind die ersten ihrer Art in Lüneburg und dienen dazu, die Verkehrsströme besser einschätzen zu können. Beide Kreuzungen wurden ausgewählt, da sie einen Großteil des Radverkehrs aus dem Osten Lüneburgs sowie den gesamten Verkehr vom Bahnhof in die Innenstadt und darüber hinaus abdecken. Aus den Zählungen können wertvolle Maßnahmen für den Radverkehr abgeleitet werden, in baulicher und konzeptioneller Hinsicht. Sollte das eingerichtete System funktional sein und die erwünschten Erkenntnisse zuverlässig liefern, ist geplant auch an weiteren strategischen Standorten vergleichbare Zählungen durchzuführen.

    Die technischen Einrichtungen sind zudem in der Lage die Geschwindigkeit der Radfahrenden zu messen. Diese Geschwindigkeitsdaten sollen dafür genutzt werden, dem Radverkehr anzuzeigen, ob die nächste Grünphase noch erreicht werden kann und wieviel Zeit hierfür bleibt. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem technischen Dienstleister der städtischen Lichtsignalanlagen (LSA) – Yunex Traffic – durchgeführt. Zur Durchführung müssen die LSA technisch entsprechend mit Sensorik, Displays und Prozessoren ausgerüstet werden. Dem ging eine genaue Analyse der vorhandenen und gebrauchten Technik voran. 

    • Geplante Kosten: 157.818,96 Euro
    • Beantragte Förderung: 105.114,77 Euro
    • Beantragte Förderquote: 66,60 Prozent
    • Geplante Umsetzung: bis 31. Dezember 2022

    So weit sind wir: Das ist der Stand der Dinge 

    Nachdem die Projekte vorbereitet, geplant und beantragt wurden, steht jetzt die Umsetzung und ihre Organisation an: Die Baumaßnahmen im Glockenhaus, auf dem Reichenbachplatz sowie in der Haagestraße und im Clamart-Park werden aktuell abschließend vorbereitet. Einen Schritt weiter sind die Projekte im Glockenhof und Stadtmobiliar: Während die Bänke und Tische bereits bestellt sind, wird mit dem Beginn des Glockenhof-Umbaus im November gerechnet.

    Bereits in der Umsetzung und für alle Lüneburger:innen und Tourist:innen erlebbar sind der Pop-up-Store Hansestadt Lüneburg 2.0, welcher von „Gib Rillé“ in der Grapengießerstraße 47 betrieben wird und der „Pop-Up-Bildung - #WIR in der Innenstadt“ der VHS Region Lüneburg in der Oberen Schrangenstraße 7. Auch das Innenstadtmanagement zur Initiierung von Entwicklungen im Innenstadtbereich ist als Teil der Stabsstelle Nachhaltige Stadtentwicklung aktiv.

    Zwei Projekte sind abgeschlossen: Die Erstellung des Strategiepapiers für die Bewerbung auf Fördermittel im Rahmen des Landes-Programmes „Resiliente Innenstädte“ wurde im Frühjahr erfolgreich beendet und führte zu einer Bewilligung von weiteren 6,6 Millionen Euro, die die Lüneburger Innenstadt zukunftsfähig weiterentwickeln sollen. Und auch der Pop-up-Store Hansestadt Lüneburg 1.0 ist als gefördertes Projekt beendet. Da das Konzept sich als Erfolg erwiesen hat, ist „fräulein paulas hund“ jedoch weiterhin Am Berge 7 geöffnet.

    Hintergründe zum Fördermittelprogramm

    Ausrichtung und Ablauf der Bewerbung

    Das Programm richtet sich an von der Corona-Pandemie erheblich betroffene Kommunen. Ziel ist es, neue Nutzungen und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Innenstädten zu ermöglichen, Beiträge zur Digitalisierung und Klimaschutz zu leisten und der Gefahr einer zunehmenden Verödung der Innenstädte entgegen zu wirken.

    Das sind die Handlungsfelder des Programms 

    Hierfür wurden sechs Handlungsfelder definiert, in denen neue Geschäftsmodelle, nachhaltige Verkehrskonzepte oder innovative Nach- oder Zwischennutzungsprojekte auf den Weg gebracht werden können:

    • Konzepte und Strategien
    • Maßnahmen gegen Leerstand und „Problemimmobilien“
    • Handel und Dienstleistungen
    • Kultur, Freizeit und Tourismus
    • Natur und Klimaschutz
    • Verkehr und Logistik
    Erfolgreiche Anträge aus ganz Niedersachsen 

    Bis Mitte Juli 2021 konnten niedersächsische Städte und Gemeinden Anträge beim Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung für die Aufnahme in das Programm stellen. Ein großer Erfolg für die Hansestadt Lüneburg und die Programminitiator:innen: Alle 207 eingegangenen Anträge konnten bewilligt werden. Mit nach Einwohnerzahl gestaffelten Budgets zwischen 345.000 und 1,8 Millionen Euro werden die Kommunen nun befähigt, kurzfristig neue Projekte und Konzepte für ihre Innenstädte umzusetzen.

    So lief die Umsetzung in Lüneburg nach dem Antrag ab 

    Am 7. September 2022 wurde dann auch der Hansestadt Lüneburg der Bescheid über die Aufnahme in das Programm und die Zuteilung in Cluster 1 ausgestellt. Entsprechend standen zu diesem Zeitpunkt 1,8 Millionen Euro an Fördergeldern bereit. Im Frühjahr 2022 wurde diese Summe auf 1,9 Millionen Euro erhöht. In seiner Sitzung am 13. Oktober 2021 hat der Rat der Hansestadt Lüneburg ein Maßnahmenpaket beschlossen, welches umgesetzt werden soll. Im vergangenen Jahr hat es dabei kleinere Änderungen bei den Maßnahmen gegeben, so dass aktuell zehn Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 2,15 Millionen Euro umgesetzt werden. Die erforderlichen Anträge wurden bis zum 30. Juni 2022 fristgerecht bei der NBank gestellt und in Teilen bereits beschieden. Der vom Fördermittelgeber festgesetzte vorzeitige Maßnahmenbeginn ist der 17. Juni 2021, somit haben einzelne Projekte bereits begonnen.